09.01.11

Krimiserie geht weiter: Stralsund - Außer Kontrolle

Nach dem ersten Fernsehfilm "Stralsund - Mörderische Verfolgung" im März 2009 sendet das ZDF jetzt eine neue Episode um die von Katharina Wackernagel gespielte Kommissarin Nina Petersen. 2009 stand noch gar nicht fest, ob es überhaupt eine ganze Reihe geben wird. Die Quote hat jedoch entschieden: Mit 5,61 Millionen Zuschauern oder 17,4 Prozent Marktanteil für den Pilotfilm. Schon wird an einem dritten "Stralsund"-Film gearbeitet. Doch zunächst ist am Montag (10. Januar) im ZDF der zweite Ostsee-Thriler zu sehen: "Stralsund - Außer Kontrolle".

Die Kommissarin in Stralsund (c)ZDF
Kommissarin Petersen kann sich diesmal nicht nur auf ihren kriminalistischen Spürsinn verlassen. Anhand von akustischen Signalen und Beschreibungen einer entführten Geisel muss sie herausfinden, welche Strecke ein zu allem entschlossener Verbrecher nimmt. Neben Katharina Wackernagel, Alexander Held, Wotan Wilke Möring und Michael Rotschopf spielen Justus von Dohnányi, Melika Foroutan, Matthias Klimsa, Dietmar Mues und andere.

Weiter im Plot: Die Kriminalinspektion Stralsund hat einen neuen Chef - Gregor Meyer (Michael Rotschopf), der vorher in der Abteilung für Interne Ermittlungen tätig war. Die Kollegen Karl Hidde (Alexander Held) und Benjamin Lietz (Wotan Wilke Möhring) beäugen den Neuen misstrauisch - im Gegensatz zu Nina Petersen. Bei einem gemeinsamen Einsatz werden die Ermittler mit einem sehr speziellen Problem konfrontiert: Zwei Maskierte haben einen Geldtransporter überfallen und einen der Sicherheitsleute getötet. Dessen Kollegin hat sich im Inneren des gepanzerten Fahrzeugs verschanzt. Mit einem alten Funkgerät gelingt es ihr, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Doch sie kann keine Angaben zu ihren Koordinaten machen, sondern nur weitergeben, was sie hört. Und so versuchen die Polizisten anhand von akustischen Signalen und Beschreibungen herauszufinden, welche Route der Transporter nimmt.

Neben der großen Jagd mit viel Action und Schießerei, beginnt das eigentlich Spannende mehr in der zweiten Hälfte des Films. Denn dann versucht Kommissarin Nina Petersen in der Vernehmung der verzwickten Psyche eines der beiden Gangster auf den Grund zu kommen. Ist das nur ein erbärmlicher kleiner Loser oder ein ganz ausgekochter Hund?

18.12.10

Rügenkrimi nun auch als E-Book für iPad, iPod Touch und iPhone

Ab sofort gibt es "Aktion Störtebeker" auch als E-Book (iBook) in Apples iTunes-Shop für10,99 € zum Download. Voraussetzung ist die App iBooks, über die man im virtuellen Buchladen stöbern kann. Andere E-Book-Plattformen werden hoffentlich bald folgen.

20.11.10

Terroranschläge: Reichstagsbrand 2.0

So nun ist es raus. "Der Spiegel" verkündet in seiner neuen Ausgabe:
"Al-Qaida und assoziierte Gruppen planen nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden angeblich einen Anschlag auf das Reichstagsgebäude in Berlin, in dem der Deutsche Bundestag untergebracht ist. Im Zuge des Angriffs wollen die Terroristen Geiseln nehmen und mit Schusswaffen ein Blutbad anrichten."
Auf der zweitägigen Innenministerkonferenz, die gestern in Hamburg zu Ende ging, isst dagegen über die akute Bedrohungslage nur wenig bekannt geworden. Befreundete Geheimdienste hätten konkrete Warnungen ausgesprochen, dass in den nächsten Wochen mit einem Anschlag zu rechnen sei - so war dort zu hören. Diese Hinweise hätten sich mit Recherchen aus deutschen Geheimdienstkreisen gedeckt. Konkret ist von einer 6-köpfigen Gruppe von Islamisten die Rede, die nach Deutschland unterwegs sei, um einen gezielten Anschlag zu verüben. Außerdem soll die Nummer Drei des Terrornetzwerks al-Qaida, Younis al Mauretani, nach ARD Informationen über 100 paramilitärische Kämpfer in Deutschland koordinieren, die Anschläge auch auf weiche Ziele wie Hotelanlagen ausüben oder Sprengsätze in Zügen und U-Bahnschächten legen könnten.

Mal abgesehen vom Symbolcharakter eines neuen Reichstagsbrandes stellt sich schon die Frage, warum ein in Pakistan ausgebildetes Terrorkommando sich ausgerechnet auf das wohl am stärksten gesicherte Gebäude in Deutschland stürzen sollte? Die Erfolgsaussichten einer solchen Aktion dürften relativ gering sein und den sicheren Tod der Attentäter zur Folge haben. Da ist sogar ein Anschlag auf die Rügenbrücke, wie in meinem Thriller "Aktion Störtebeker" beschrieben, viel wahrscheinlicher.

Überhaupt Wahrscheinlichkleit. In der TV-Sendung "Quarks & Co." wurde kürzlich einmal ausgerechnet, dass man eher den Lotto-Jackpot knackt, als in Deutschland einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen:


Aber das Schüren der Terrorangst, wie wir es derzeit so massiv erleben, hat ja ohnehin einen anderen Hintergrund. Der Grünen-MdB Christian Ströbele brachte ihn heute im Radiosender hr-iNFO auf den Punkt und äußerte sich skeptisch über die Glaubwürdigkeit der Terrorwarnungen:
"In den vergangenen Jahren sind schließlich immer wieder derartige Warnungen herausgegeben worden. Ich habe vielmehr den Verdacht, die Regierung verstärkt die Terrorangst, um die Sicherheitsgesetze zu verschärfen und die Vorratsdatenspeicherung durchzusetzen."

17.10.10

Inspire: Gotteskrieger mit Hochglanzmagazin

Über die diversen Drohvideos der selbst ernannten Gotteskrieger wurde hier im Blog schon öfters berichtet. Vor einiger Zeit hat nun das österreichische Bundesheer eine Studie "Der Dschihad und das Mitmach-Netz" (PDF-Download) veröffentlicht, in der die weltweiten Aktivitäten von Islamisten im Web 2.0 untersucht werden. Im Vorwort dazu heißt es:
"Virtuelle Dschihadisten" bedienen sich hierbei jener interaktiven Tools - wie zum Beispiel Facebook, YouTube oder MySpace -, die sich insbesondere bei einer wichtigen Zielgruppe, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, größter Beliebtheit erfreuen. Nicht selten glorifizieren und heroisieren sie dabei die Terroraktionen und Taten der "realen" Dschihadisten und ermutigen andere User, sich dementsprechenden sozialen Netzwerken anzuschließen und bei der Verbreitung dieses Propagandamaterials mitzuwirken.
Allerdings scheinen sich die technisch auf dem neuesten Stand befindlichen Anhänger der Scharia nicht alleine auf die Online-Propaganda verlassen zu wollen. Die "Welt am Sonntag" berichtet heute ausführlich über "Inspire", ein englischsprachiges Hochglanzmagazin von al-Qaida für ein Zielpublikum in den westlichen Metropolen. Hier kann man einen Blick hineinwerfen:


Denn da kaum ein Kiosk das Magazin vertreiben wird, setzen die Herausgeber auch hier auf das Internet zur Verbreitung. Die "Welt am Sonntag" schätzt das Blatt so ein:
"Inspire" ist eine mediale Smart Bomb, ein intelligenter Sprengsatz, ausgerichtet auf entfremdete Migrantenkinder und westliche Konvertiten. Damit steht das Magazin für eine neue Offensive, eine Verlagerung des Schwerpunkts im globalen Dschihad jenseits der staubigen Schlachtfelder von Irak und Afghanistan. Auf 74 Seiten bietet "Inspire" mehr als Koranverse und verwackelte Videos. Sorgfältig haben die Macher einen Mix von unterhaltsamen Anekdoten aus dem Untergrund und praktischen Anschlagstipps kreiert, Storys über den heroischen Kampf in Afghanistan, Seite an Seite mit Osama Bin Laden in Tora Bora. Der Heilige Krieg wird zum geistigen Abenteuerspielplatz, zum umfassenden, vielfältigen Lifestyle.
Mit Spiel hat das Ganze allerdings nichts zu tun, wenn man sich den gewaltsamen Tod des jungen Saarländers Eric Breininger vor Augen hält, der ja in meinem Krimi "Aktion Störtebeker" eine gewisse Nebenrolle spielt. Und auch der Islamist Bekkay Harrach, der mit einem eher skurilen Drohvideo im letzten Jahr für hektische Aktivitäten der deutschen Sicherheitsorgane gesorgt hatte, soll letzten Monat bei einer Attacke durch eine US-Drohne ums Leben gekommen sein. Auch für Bünyamin E. - einem 20jährigen aus Wuppertal - ist es mit dem "Lifestyle-Terrorismus" schon vorbei, bevor er überhaupt begonnen hat. Eine vom US-Geheimdienst ferngesteuerte Rakete zerfetzte ihn vorletzte Woche im pakistanischen Grenzgebiet in tausend Stücke. Das sollte man beim Betrachten der Dschihad-Hochglanzfotos immer im Kopf haben. 

16.10.10

Vorbeugende Todesstrafe für Bünyamin E.

Meldungen wie diese häufen sich in letzter Zeit:
Bei einem US-Raketenangriff in Pakistan sind nach Angaben pakistanischer Geheimdienstler mehrere deutsche Islamisten getötet worden. Über die Zahl der Getöteten und die Hintergründe gehen die Angaben auseinander - auch die Bundesregierung wurde am Abend von der Nachricht überrascht.
Der Krieg in Afghanistan fordert inzwischen regelmäßig auf beiden Seiten deutsche Opfer. Aus der Ferne im CIA-Hauptquartier in Langley gesteuerte Raketen greifen immer häufiger "Terroristen" in Afghanistan und Pakistan an, um angebliche Terroranschläge in Europa zu vereiteln. Die Geheimdienstleute an ihren Monitoren und Joysticks haben dabei offensichtlich eine "Lizenz zum Töten". Wobei die Kollateralschäden dieses "Cyberwar" immens sind, wie unlängst sogar die FAZ einräumte:
Die "New America Foundation" kommt zu folgendem Ergebnis: Die 180 bisher registrierten Drohnen-Angriffe hätten zwischen 1188 und 1825 Menschen das Leben gekostet. Bei etwa 30 Prozent der Opfer habe es sich um Zivilisten gehandelt.
Heute hat sich nun die WAZ auf Spurensuche begeben und Details zu einem der getöteten jungen Männer mit deutschem Pass ausgegraben. Der 20 Jahre alte Bünyamin E. hat seit seiner Geburt im Bergischen Land gelebt, mehr oder minder also vor meiner Haustür. Vielleicht bin ich ihm sogar schon mal begegnet. Vor drei Wochen erst ist er nach Pakistan aufgebrochen. Bekannte beschreiben ihn als "lieben Jungen, der sehr gut deutsch sprach". Also das Musterbeispiel für eine gelungene Integration. Was aber macht aus "einem weltoffenen jungen Türken, der Deutschland als seine Heimat ansah", einen "Terroristen"? Vielleicht war Bünyamin E. auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Bauer, auf dessen Hof der junge Türke bis vor zwei Jahren in den Ferien gejobt hat, stellt die richtige Frage: "Wir kennen doch gar keine vorbeugende Todesstrafe?" Offensichtlich doch.

Kanzlerin Angela Merkel, die ja in meinem Rügenkrimi "Aktion Störtebeker" Ziel eines Anschlags (von womöglich islamistischen) Terroristen ist, hat jedenfalls ihren gestrigen Rügenbesuch trotz der verschärften Warnungen der Sicherheitsbehörden unbeschadet überstanden und die Insel in bester Gesundheit wieder verlassen. Obwohl sie sich in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes von Bergen aufgehalten, auf dem ja in meinem Thriller der Show-Down stattfindet.   

 

07.09.10

Neonazi-Überfall in Prora

Schon vor ein paar Tagen kam es auf dem Gelände des Jugendfestivals "Prora10" zu einem Zwischenfall, der jetzt erst von der linksjugend Rügen, Stralsund, NVP öffentlich gemacht wurde. Augenzeugen berichten:
In der Nacht vom 3. – 4.09.2010 betrat eine größere Gruppe Jugendlicher das Prora10 Gelände. Auf dem Gelände wurde von den Jugendlichen „Sieg Heil“, „Deutsche brauchen Bier“ und „White Power“ lautstark gerufen. Daraufhin informierten wir den Veranstalter, der sich aber halbherzig um die Gruppe kümmerte und uns mitteilte, dass es sich hier um verwirrte Jugendlich bzw. Hansa Fans handelt. Erst als die Parolen wiederholt, ein Infostand von uns beschädigt und Mitglieder aus unserer Gruppe beschimpft und bedroht wurden, wurde dem Sicherheitsdienst vom Veranstalter aufgetragen die Situation unter Kontrolle zu bringen. Aufgrund der mangelnden Bereitschaft des Sicherheitsdienstes, gelang dies nicht, darauf hin riefen wir die Polizei herbei. Wir fordern vom Veranstalter eine lückenlose Aufklärung und eine Stellungnahme für das Versagen des Sicherheitskonzeptes. Wir sind enttäuscht, dass der Veranstalter in den Medien keine Äußerungen über die Vorfälle tätigt und wahrscheinlich eine Strategie des „Totschweigens“ verfolgt. Außerdem bedanken wir uns für die hervorragende Arbeit der Polizei. Nach Angaben eines Mitarbeiters des Sicherheitsdienstes ist der Beinbruch eines Randalierers nicht von der Polizei herbei geführt, sondern vom Sicherheitsdienst, da andere Gruppen wahrscheinlich über angebliche Polizeigewalt berichten werden.
Angesichts des beherzten Eingreifens der zur Hilfe gerufenen Polizeibeamten verwundert es dann doch, dass Uwe Werner, Sprecher der Polizeidirektion Stralsund, nicht "von einem Angriff mit rechtsextremen Hintergrund" sprechen will. Immerhin mussten vier Einsatzwagen der Polizei nach Prora geschickt werden, um die Lage schließlich unter Kontrolle zu bringen.

Schon in "Aktion Störtebeker" habe ich beschrieben, dass das Nazi-Ruinengelände in Prora ein beliebter Wallfahrtsort für Rechtsextreme von außerhalb Rügens ist. Das muss leider bei allen Planungen von Veranstaltungen dort berücksichtigt werden. Und ob die besoffenen "Sieg Heil"-Schreier sich als Fans von Hansa Rostock tarnen oder organisierte Neofaschisten sind, ist für die von dieser Gewalt betroffenen ziemlich egal.


18.08.10

Kriegsspiele unter der Rügen-Brücke

Als ich mir den Plot für "Aktion Störtebeker" ausgedacht habe, musste ich irgendwie die Verbindung zwischen al-Kaida, Rügen und Störtebeker ziehen. Warum sollten islamistische Terroristen ausgerechnet im beschaulichen Mecklenburg-Vorpommern ihren Anschlag verüben wollen?

Seit ich heute einen Bericht der Nachrichtenagentur ddp über die Marinetechnikschule Stralsund gelesen habe, kenne ich einen Grund mehr. Denn dort ist zu lesen:

Mit 30 Knoten rast das Speedboot der Marine über den Strelasund. Klatschend setzt das auf und ab springende Hartschalenschlauchboot über das Wasser, ehe der Bootsführer abbremst und einen engen Kreis zum Hafen zieht. Sein Fahrlehrer ist zufrieden und weist die Besatzung zum nächsten Manöver an. ...
Die Führerscheinprüfung für die angehenden Kraftbootführer der mehr als 50 Kilometer pro Stunde schnellen Spezialboote gehöre seit einiger Zeit zum Ausbildungsprofil der Marinetechnikschule in Stralsund, sagt Oberleutnant zur See Steven Wernecke. Das Lehrprogramm schließe auch die Qualifizierung des Bordpersonals der Fregatten ein, die bei der Piratenabwehr vor der Küste von Somalia zum Einsatz kommen. .... Schon in wenigen Tagen wird der 38-Jährige selbst in Djibouti seinen Dienst im Rahmen der EU-Operation «Atalanta» antreten.....
Mit anderen Worten: Direkt unter der Rügen-Brücke werden junge Marine-Soldaten für ihre "Anti-Terroreinsätze" am Horn von Afrika und anderswo trainert. Dass es dabei nicht um harmloses Bootsfahren geht, zeigt der ddp-Bericht auch: 
Mit einem Kaliber von 127 Millimetern und Reichweiten von über 20 Kilometern könne die Marine mit der hochpräzisen Waffe auch Operationen an Land durch gezielten Beschuss unterstützen, betont Kommandeur Bernd-Peter Rahner. Mit den Aufträgen am Horn vor Afrika oder im Mittelmeer vor dem Libanon hätten sich auch die Einsatzzeiten der Schiffe verlängert ...
Womit wir dann wieder beim Politthriller "Aktion Störtebeker" sind. Denn so unwahrscheinlich ist es angesichts dieser Kriegsspiele vor Rügen dann gar nicht mehr, dass die bewaffnete Auseinandersetzung nicht nur weit weg von der Heimat stattfindet.