Eine Kantine gibt es hier nicht und die langen, dunklen Gänge finde ich bedrückend. Der Kripo-Chef gab mir eine Reihe von konkreten Hinweisen zu Abläufen und Strukturen. Auch wenn ein Krimi natürlich keine Reportage ist, sollten die Fakten schon stimmen. Deshalb werde ich jetzt die schon geschriebenen Seiten meines Manuskriptes nochmal überarbeiten. Aber mit den meisten Formulierungen, das hat das Gespräch heute morgen bestätigt, liege ich bereits richtig. Von der fehlenden Kantine einmal abgesehen.
Auch wenn der Bootsführer mindestens dreimal betont hat, dass das neue Ozeaneum nicht hierher passt und
das Stadtbild von Stralsund verschandelt (gegen einen sanften Rügen-Tourismus ist er übrigens auch), musste ich mir dieses architektonische Meisterwerk natürlich anschauen. Ich finde es sowohl von außen wie innen sehr eindrucksvoll und gelungen. Besonders das Becken mit dem riesigen Heringsschwarm hat wirklich was. Und als ich in der von Greenpeace gestalteten dreistöckigen Halle „1:1 Riesen der Meere“ auf einer Liege lag, die lebensgroßen Walskulpturen an der Decke bestaunte und dem Gesang der Meeressäuger lauschte, kam mir die Idee für eine schöne Szene im Roman. Ich werde sie nachher gleich ausformulieren. Vielleicht wird „Aktion Störtebeker“ im nächsten Jahr im Souvenirshop des Ozeaneums liegen – neben dem „Schwarm“ von Franz Schätzing.
