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12.10.09

Lesung im Cliff-Hotel Rügen

Heute in einer Woche werde ich um 20.00 Uhr im Cliff-Hotel Rügen in Sellin zum ersten Mal öffentlich aus "Aktion Störtebeker" lesen. Das ist also nicht nur eine Premiere, sondern auch ein denkwürdiger Ort. Denn das Cliff-Hotel, ehemals Erholungsheim Baabe des Zentralkomitees der SED, kommt in meinem Rügen-Krimi gleich zweimal vor. Und zwar nicht unbedingt in einer besonders schmeichelhaften Erwähnung. Trotzdem hat die Hotel-Leitung mich eingeladen und den Krimi sogar als Geschenk für die Stammkunden des Hauses gekauft.

Wer am Montag zum Leseabend kommen wird, ist allerdings noch eine der offenen Fragen. Bisher halten sich die Anmeldungen bei Xing und auf Facebook noch in Grenzen. Aber das ist nicht so sehr verwunderlich. In erster Linie werden wohl Hotelgäste kommen. Ansonsten hängt alles von der Werbung in der Umgebung ab. In einigen Buchhandlungen gibt es Plakate dazu und die örtliche Presse wird hoffentlich noch berichten. Die Kurverwaltung Sellin hat in ihrem Terminkalender leider eine Krimi-Lesung aus "Das Mädchen mit dem Blumenkorb" mit Dr. Gabriele Heidenreich angekündigt (im Internet zum Glück inzwischen korrigiert). Hoffentlich führt das nicht allzuviele Leute in die Irre.



Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie meine erste Lesung auf Rügen wohl verlaufen wird?

LESUNG aus dem Rügen-Krimi "Aktion Störtebeker"
Datum: Montag, 19. Oktober 2009
Zeit: 20:00 - 22:00
Cliff Hotel Rügen Spiegelsaal
Siedlung am Wald 22 a
18586 Ostseebad Sellin
 

14.09.08

Rügen – Brutstätte des Verbrechens?

Durch Zufall entdeckt. "Rügen – Brutstätte des Verbrechens? – Rügenkrimis und kein Ende" - unter diesem Motto hat die Kreisvolkshochschule Rügen im vergangenen Februar einen Vortrag in Bergen veranstaltet. "Angesichts der stattlichen Zahl von Werken der Kriminalliteratur, deren Handlung auf Rügen spielt, stellt Prof. Tietz die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob Rügen eine Brutstätte des Verbrechens ist", hieß es in der Einladung. "Rufschädigung", klagten die einen Teilnehmer, "Touristenwerbung" freuten sich die anderen. Ich denke auch, dass die Tourismusverantwortlichen auf der Insel den bundesweiten Trend zum Regionalkrimi aufgreifen sollten. Vielleicht können wir ja im nächsten Jahr mit Touren auf den Spuren von Kommissar Bratfisch beginnen. Anderswo - z.B. in der Eifel - funktioniert das schon.

Recherche an der Ostsee ist vorbei


Nach einer langen Zugfahrt wieder zu Hause. Die Bilanz meines Rechercheausflugs nach Stralsund und Rügen: Äußerst positiv. Nicht nur das schöne Wetter (in den ersten Tagen) an der Ostsee, auch die vielen Gespräche. Es war vermutlich genau der richtige Zeitpunkt. Der Plot für den Insel-Krimi stand schon komplett, erste Kapitel waren schon geschrieben. Aber noch nicht so fest gefügt, dass das Ändern zu aufwändig wäre. Also ideal, um sich die gedachten Schauplätze genau anzuschauen, Details aufzusaugen und zu überlegen, ob die Szenen hier wie gedacht funktionieren können? 

Manches habe ich unter dem Eindruck der Realität wieder verworfen, anderes modifiziert. Bestimmte Szenen sind auch ganz gestorben. Aber so ist der Arbeitsprozess. Bis ein Manuskript fertig ist, muss es zigmal geändert und umgeschrieben werden. Normal. Wichtig sind auch die Sinneseindrücke: Riechen, sehen, schmecken, hören, fühlen. Das lässt sich zu Hause am Schreibtisch nur schlecht nachvollziehen. Selbst bei einer blühenden Phantasie. Von daher werde ich nach dem Abschluss des Manuskripts vermutlich nochmal nach Rügen fahren. Feinschliff.
Außerdem hat die Zeit leider nicht ausgereicht, um alle wichtigen Orte für die Handlung zu besuchen. Weil es soviel zu erleben gab und das Wetter größtenteils so sommerlich war, habe ich nicht so oft am Manuskript gearbeitet, wie eigentlich vorgesehen. Irgendwie hatte ich die Illusion, dass ich mit einem fast fertigen Buch nach Hause kommen würde. Dem ist nicht so, aber das lässt sich verschmerzen. Schlimmer wäre es gewesen, bei strahlendem Sonnenschein statt am Strand im Zimmer am Computer zu sitzen. Jetzt kommen ja bald Herbst und Winter – da kann „Aktion Störtebeker“ langsam seine endgültige Gestalt annehmen.

20.08.08

Ein Verleger meldet sich

In den letzten Wochen habe ich schon fast 80 Seiten von "Aktion Störtebeker" geschrieben. Es ging mir eigentlich ganz gut von der Hand. Natürlich muss ein Manuskript immer wieder geändert werden. Etwa wenn einem was Neues einfällt oder die erste Idee vielleicht doch nicht so genial ist, wie ursprünglich gedacht. Aber darauf bin ich eingestellt und im Computerzeitalter ist das ja auch kein Problem.

Weniger gut kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass die ganze Arbeit womöglich für den Papierkorb ist. Etwa weil ich keinen Verlag für das Manuskript finde, obwohl - so die einhellige Meinung der erfahrenen Autoren aus den Workshops - heute ein großer Bedarf an guten Regional-Krimis da ist und einem fast jeder Text aus den Händen gerissen wird.

Also mache ich die Probe aufs Exempel und schicke heute morgen ein Exposee, eine 30-seitige Textprobe im Normformat und eine Bibliobiographie von mir an einen kleinen, aber feinen Verlag. Der ist auf Regional-Krimis spezialisiert und hat eine spezielle Reihe für die deutschen Nord- und Ostsee-Inseln. Das würde ja haargenau passen. Allerdings waren die erfahrenen Krimi-Autoren, die ich in den Seminaren kennengelernt habe, auch alle der Überzeugung, dass man als Anfänger erst mit einem fertigen Manuskript an einen Verleger herantreten sollte. Denn schließlich kennt der einen nicht und muss befürchten, dass der Newcomer einen angefangenen Text womöglich nie zu Ende bringt.

Diesen gutgemeinten Rat habe ich heute morgen ebenso in den Wind geschlagen, wie den Hinweis, sich nicht nur auf einen einzigen Verlag zu verlassen. Sondern das Exposee besser an zehn oder fünfzehn Verlage gleichzeitig zu verschicken. Denn wenn man die nacheinander abklappert, kann man alt und grau werden. Antwortzeiten von ein paar Wochen sind in dieser Branche keine Seltenheit. Na warten wir mal ab, wie der erste Verlag reagiert.

Es ist kurz nach Mittag und das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung der Verleger himself. Er hat mein Exposee und den Mustertext gelesen, findet es gut und will deshalb auch gleich den Rest des bisher geschriebenen Manuskripts. Den knöpft sich jetzt seine Lektorin vor und dann meldet er sich wieder. Auf jeden Fall hat er "großes Interesse", den Krimi zum Sommer 2009 rauszubringen. Und er gibt mir auch gleich ein paar konkrete Tipps. Zum Beispiel, immer daran zu denken, dass die Masse der potenziellen Leserinnen und Leser auf Rügen Urlauber aus dem Westen sind. Und die können mit vielen DDR-Begriffen gar nichts anfangen. Insgesamt eine nette Fachsimpelei.

Das war ja ein Schuss ins Schwarze. Wenn jetzt auch noch die Lektorin von dem Text begeistert ist, habe ich die erste Hürde genommen. Dann wird es wirklich ernst. Am Besten fahre ich die nächsten Tage mal nach Rügen, sammle vor Ort noch mehr Eindrücke, rede mit ein paar wichtigen Leuten und schreibe direkt weiter am Manuskript.

15.08.08

Der Plot und die Protagonisten

In den Krimi-Workshops habe ich gelernt (und in der Fachliteratur steht es ähnlich), dass man zuerst die Charaktere des Romans entwickeln soll. Denn die handelnden Personen ("Protagonisten") tragen wesentlich dazu bei, dass sich die Handlung (der "Plot") in einem Spannungsbogen bis zum Höhepunkt entwickeln kann. Also habe ich auch damit angefangen.

Mein Held ist Polizeihauptkommissar Kurt Bratfisch (61) von der Kriminalpolizeiinspektion Stralsund, der in Bergen auf Rügen wohnt und - eine Besonderheit in der deutschen Krimilandschaft - aktives Mitglied der Linkspartei ist. Er muss sich in diesem Fall sowohl mit seiner eigenen Vergangenheit in der DDR und den nach der Wende in führende Positionen gelangten „Besserwessis“ auseinandersetzen. Der 20. Jahrestag des Mauerfalls 1989 bildet ebenso den Rahmen der Handlung wie die Bundestagswahl 2009, da die Bundeskanzlerin ja auf Rügen ihren Wahlkreis hat. 

Unterstützt wird der eigensinnige Bratfisch von der jungen Kriminalkommissaranwärterin Mandy Thi Pham, deren Eltern aus Vietnam stammen und die ständig mit dem Chaos in ihrem Privatleben kämpfen muss.
 
Eines Tages - und jetzt sind wir schon mitten in der Handlung - wird am wilden Südstrand von Göhren die Leiche von Helmut Melz gefunden, erstochen. Er war an der Offiziershochschule der Nationalen Volksarmee der DDR in Prora auf Rügen tätig. Die beiden Ermittler suchen zunächst im privaten Umfeld des Ermordeten nach dem Täter, stoßen aber schnell auf Spuren aus dessen DDR-Vergangenheit. Als sie auch noch Hinweise darauf entdecken, dass die neue Rügenbrücke Ziel eines Anschlags werden soll, weitet sich der Kreis der Tatverdächtigen weiter aus: Islamisten, Neonazis oder ehemalige Mitglieder von DDR-Spezialeinheiten - alle haben ein Motiv, die notwendige kriminelle Energie und das Handwerkszeug, um ein Blutbad auf Deutschlands größter Insel anzurichten.

Ob und wie es dem eigensinnigen Kommissar Bratfisch und seiner mandeläugigen Assistentin gelingt, den wirklichen Mörder ermitteln und die Sprengung von Rügens neuem Wahrzeichen verhindern, kann hier natürlich noch nicht verraten werden. Auch wer der Gegenspieler oder die Gegenspielerin der beiden Polizisten ist, ergibt sich erst im Verlauf der Handlung. Und die Rolle des Bundeskriminalamtes, dass den Fall von der Stralsunder Kriminalpolizei übernimmt, ist ebenfalls ein Thema für sich.

In meinem Computer befindet sich dank der Software Writer's Café auf jeden Fall schon ein kompletter Ablauf der Story inklusive "Karteikarten" mit Beschreibungen der einzelnen Charaktere und Orte. Jetzt muss nur noch weiteres "Fleisch" an die Geschichte.

12.08.08

Was soll dieses Weblog?

Mit diesem Weblog will ich die Entstehung eines Regional-Krimis mit dem Arbeitstitel "Aktion Störtebeker" begleiten, der auf der Insel Rügen im Sommer 2009 spielt und an dessen Manuskript ich gerade arbeite. Er soll einen "Blick hinter die Kulissen" eines Autors ermöglichen und zeigen, was man so alles tun muss, bis schließlich das fertige Buch im Laden liegt. Weil ich noch nicht weiß, ob ich den Krimi unter einem Pseudonym veröffentlichen werde, bleibe ich einstweilen anonym und verberge mein Gesicht hinter dem Konterfei von Klaus Störtebeker.

Natürlich will ich nicht allzuviel über die Handlung des Buches verraten, den ihr, liebe Leserinnen und Leser (ich duze euch der Einfachheit halber, ok?), sollt "Aktion Störtebeker" ja später kaufen und wenn die Spannung schon raus ist, macht das niemand mehr. Mit diesem Blog will ich vielmehr euren Appetit wecken. Gleichzeitig werde ich im Web aber auch viel von dem Hintergrundmaterial veröffentlichen, dass ich im Laufe der Zeit bei meinen Recherchen gesammelt habe und für das leider zwischen den Buchdeckeln gar nicht genug Platz ist.


Wie kam es zu der Buchidee?


Ich bin ein großer Rügen-Fan und besuche Deutschlands größte Insel immer wieder. Irgendwann einmal schoss mir am Strand von Prora die Idee in den Kopf, hier einen Krimi spielen zu lassen. Da ich bisher noch nie in meinem Leben einen Kriminalroman geschrieben habe, brauchte ich erst einmal etwas Handwerkszeug und so besuchte ich in den letzten Jahren mehrere Seminare und Workshops mit bekannten Regionalkrimi-Autoren wie Lisa Kuppler, Carlo de Luxe, Klaus Stickelbroeck, Martin Conrath und Sabine Klewe. Die Erfahrungen dort gaben schließlich im Frühjahr den Ausschlag, es selbst einmal mit dem Krimi-Schreiben zu probieren.

So was wie ein Klappentext

Um die Leser in der Buchhandlung auf den Inhalt eines gedruckten Werkes aufmerksam zu machen, wird häufig der Klappentext genutzt. Eine solche Zusammenfassung, die aber keine Auflösung verrät und nichts von der Spannung nimmt, habe ich in die rechte Randspalte dieses Blogs geschrieben. Damit auch der zufällig vorbeikommende Leser gleich weiß, um was es geht und nicht erst bis zum Beginn dieses Blogs zurückblättern muss.

Im nächsten Posting stelle ich aber trotzdem nochmal den roten Faden der Handlung und einige der Personen vor, die in dem Rügen-Krimi vorkommen sollen. Allerdings solltet ihr bedenken, dass so ein Manuskript ständig verändert wird. Deshalb werden vielleicht einige der Personen, die mir jetzt im Kopf herumspuken, am Ende vielleicht gar nicht im gedruckten Buch auftauchen. Und die Handlung entwickelt sich vielleicht auch ganz anders.