Posts mit dem Label Angela Merkel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Angela Merkel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

07.08.10

Neonazi-Anschlag auf Angela Merkel?

Wer "Aktion Störtebeker" aufmerksam liest, wird feststellen, dass Kommissar Bratfisch längere Zeit auch eine Spur zu möglichen Attentätern aus der Neonazi-Szene verfolgt. Ein nicht unbedingt aus der Luft gegriffenes Szenario. Denn gestern berichtete die italienische Zeitung L’Espresso von Anschlagsplänen auf Kanzlerin Angela Merkel an deren derzeitigen Urlaubsort Sulden im Vinschgau in Südtirol. 

Demnach schleicht "der deutsche Neonazi H.P. (50) aus Bremerhaven" in Norditalien herum. Schon vor einem Jahr habe er sich mehrere Monate in Meran aufgehalten und vergebens Unterstützung bei einer bewaffneten Neonazi-Gruppe dort gesucht. „Es sieht so aus, als ob der über diskrete finanzielle Mittel verfügende H.P in diesen Tagen nach Südtirol zurückgekehrt ist. Vielleicht in Erwartung der Ankunft von Kanzlerin Merkel?“ schließt das Blatt seine Exklusivstory. Dabei beruft sich L“Espresso auf einen der Redaktion bekannten Italiener, der im Text "Andreas" genannt wird und in rechtsradikalen Kreisen zwischen Deutschland, Österreich und Italien verkehren soll.

16 Mitglieder der Neonazi-Gang wurden inzwischen laut Presseberichten von den italienischen Behörden festgenommen und weitere 100 angezeigt, einige sollen bei Verhören von dem deutschen Neonazi berichtet haben. Fast alle sind kaum älter als 20 Jahre und deutschstämmige Südtiroler. Sie werden beschuldigt, Aktionen gegen Ausländer, politische Gegner und vor allem gegen Italiener unternommen zu haben. Gegen die Kanzlerin hätten sie nichts, sagt der angebliche "Andreas", auch deshalb hätten sie H.P. nicht geholfen. Er behauptet auch, die deutsche Polizei habe bei dem Mann daheim in Bremerhaven, obwohl von italienischen Behörden über dessen Treiben informiert worden, nicht einmal eine Hausdurchsuchung gemacht.

Aus Berlin kommt inzwischen ein Dementi. An dem Bericht sei nichts dran, alles nur "heiße Luft". Eine erhöhte Gefährdung für die Kanzlerin gebe es nicht und eine echte Gefahr gehe von dem Neonazi, der aus dem Raum Cuxhaven stammen soll, nicht aus. Hoffen wir, dass dem wirklich so ist und die Kanzlerin ihren Italienurlaub genauso heil übersteht wie ihre letzten Rügen-Besuche.

Die deutsche Neonaziszene macht sich auf jeden Fall über die Aufregung lustig und unterstellt gar politisches Kalkül: "Anschläge dieser Art steigern bekanntlich das Engagement des träge gewordenen Wählers. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Attentate auf Oskar Lafontaine am 25. April 1990 und Wolfgang Schäuble am 12. Oktober des gleichen Jahres."

17.09.09

Frau Merkel und die Fischer: Eine PR-Aktion der Bildzeitung

Der überraschende Besuch der Bundeskanzlerin bei den Fischern von Lobbe auf der Insel Rügen und ein verschwundener Beitrag in der Ostsee-Zeitung mit kritischen Bemerkungen haben mir ja schon in der letzten Woche ein Rätsel aufgegeben. Heute nun die Auflösung: In der Bildzeitung. Das Springer-Blatt feiert groß die "Reise in die Vergangenheit" der Kanzlerin. Denn es hat sie wohl selbst organisiert.
BILD hat zwei dieser Männer wiedergefunden und ein Treffen mit Angela Merkel arrangiert – 19 Jahre danach, im gleichen Ort, in der gleichen Hütte!
Von den kritischen Bemerkungen der Fischer über nicht gehaltene Wahlversprechen der damaligen Bundestagskandidatin - die in der Ostsee-Zeitung wenigstens ansatzweise vorkamen - ist in Bild nun keine Rede. Der Artikel ist eine einzige Jubelarie über eine verständnisvolle Kanzlerin, die aufmerksam zuhört und sich im Interview als "eine von uns" präsentieren darf. Der Höhepunkt dieser Art von PR-Journalismus ist aber der Abschluß der Lobeshymne:

„Klar hat sie viel wichtigere Dinge im Sinn als uns hier in Lobbe“, sagt Bull. „Trotzdem ist es toll, dass sie hier war. Und eins steht fest: Ich habe sie damals gewählt, ich werde sie auch diesmal wählen.“
Was jetzt nicht besonders verwunderlich ist, denn Fischer Hans-Joachim Bull ist langjähriges CDU-Mitglied. Aber das braucht der Bild-Leser ja nicht zu wissen. 

In der Ostsee-Zeitung wird Bull zu den neuen Hilfsversprechen seiner Parteifreundin übrigens so zitiert: "Diesmal sollte sie sich aber keine 19 Jahre Zeit lassen, dann gibt es nämlich keine Fischer mehr bei uns."
 

07.09.09

Frau Merkel und die verschwundenen Fischer von Lobbe

Am vergangenen Sonnabend nutzte Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Wahlkampfauftritt in Stralsund für einen kurzen Abstecher über die Rügenbrücke auf Deutschlands größte Insel. Zurück zu den Wurzeln. Nein, nicht an die ehemalige NVA-Offiziershochschule "Otto Winzer" in Prora, wo ihre Politkarriere begonnen hatte. Sondern zurück in die Fischerhütte nach Lobbe, wo vor genau 19 Jahren ein denkwürdiges Bild entstanden ist. Das Foto "Die kommende Bundeskanzlerin spricht mit werktätigen Fischern" ist inzwischen sogar als Wandteppich erhältlich.

Am späten Samstagabend twitterte dann die Ostsee-Zeitung einen Link zu einem Bericht über das Wiedersehen nach fast 20 Jahren. Mit durchaus kritischen Untertönen. Sinngemäß so: "Schon damals versprach Angela Merkel viel - passiert ist nichts" und "Heute machte sie wieder Versprechungen". Als ich gestern dazu etwas bloggen wollte, war der Artikel verschwunden. Und ich hatte mir keine Kopie gemacht. Also musste ich warten, bis heute morgen die Ostsee-Zeitung im Briefkasten war.

Und siehe da. Unter der Überschrift "Kanzlerin trifft Fischer" steht da über das damalige Treffen zu lesen: "Sie hatten zwar Sorgen, aber die Hoffnung auf Besserung saß ihnen an einem Wintertag gegenüber." Und "Die Frau kandidierte zum ersten Mal für den Bundestag, hörte sich in dem kleinen Schuppen direkt hinter der Düne, zwischen all den Netzen, die Nöte der Fischer an und versprach zu helfen."

Was dann geschah, ist inzwischen Geschichte. Von den 123 Mann, die zu DDR-Zeiten in der Fischproduktionsgenossenschaft Mönchgut arbeiteten, sind nur noch 16 übrig. Und es werden immer weniger, im nächsten Jahr - das ist schon absehbar - hat die Gager Fischereigenossenschaft nur noch 12 Mitglieder. Schuld sind die Kürzungen bei den Heringsfangquoten, die ein finanzielles Auskommen zum Überleben unmöglich machen. Zaghaft merkt die Ostsee-Zeitung heute an: "Aus der Politik haben die Fischer in den schwierigen Jahren nach der Wende keine Unterstützung erhalten. Auch nicht von der jungen Kandidatin Merkel."

So ganz kann das Lokalblatt, dass auf der Insel ja seine Leser bei der Stange halten muss, die Kritik der Fischer nicht unter den Tisch fallen lassen (auch wenn offensichtlich die erste Fassung des Textes etwas "geglättet" wurde) und zitiert den Vorsitzenden der Fischereigenossenschaft: "Wenn sie damals das getan hätte, was sie versprochen hatte, dann wären wir vielleicht immer noch Fischer." Aber insgesamt - so der Tenor in der neuen Fassung des Berichts, der so klingt, als hätten die PR-Strategen der Bundeskanzlerin daran mitgewirkt - war die Stimmung bei dem kurzen Treffen "dennoch freundschaftlich" und die Kanzlerin hörte sich aufmerksam "erneut die Sorgen eines ganzen Berufsstandes" an.

Nur tun wird sie vermutlich wieder nichts. Der Fischer Hans-Joachim Bull, der auf dem Bild von 1990 hinten links kaum zu sehen ist und nach dem Besuch des jungen Politstars sogar in die CDU eintrat, brachte die Stimmung vor Ort - laut Ostsee-Zeitung - am Sonnabend auf den Punkt, als er die neuen Hilfsversprechen von Angela Merkel so kommentierte: "Diesmal sollte sie sich aber keine 19 Jahre Zeit lassen, dann gibt es nämlich keine Fischer mehr bei uns."
 

18.07.09

Wie die Karriere von Angela Merkel in Prora begann

Durch die Aufregung der letzten Tage bin ich gar nicht dazu gekommen, auf einen Artikel in der FAZ hinzuweisen. Darin wird anlässlich des Geburtstags der Kanzlerin erzählt, wie die Karriere von Angela Merkel an der Offiziershochschule (OHS) "Otto Winzer" der DDR-Volksarmee in Prora begann:
Angela Merkel, bis zum Ende der DDR stellvertretende Regierungssprecherin, kandidierte im nordöstlichsten Wahlkreis. Sie lebt dort nicht, sie kommt auch nicht von dort. Sie strebte ein Bundestagsmandat an und hatte deshalb einen Wahlkreis gesucht. Aufgewachsen ist sie im uckermärkischen Templin. Das Verhältnis zum damaligen märkischen CDU-Vorsitzenden Peter-Michael Diestel war allerdings nicht so gut, als dass sie bei ihrer Wahlkreissuche auf seine Unterstützung hätte bauen können. Günther Krause aber, der damalige CDU-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, wollte helfen. Die Entscheidung, wer als CDU-Direktkandidat im damaligen Wahlkreis 256 (heute hat der Wahlkreis Stralsund-Nordvorpommern-Rügen die Nummer 15) antreten sollte, fiel in Prora auf der Insel Rügen, in einer Kaserne der DDR-Armee. Frau Merkel kandidierte und zwei Leute aus den alten Bundesländern. Es kam zur Stichwahl, irgendwann gegen Mitternacht, als viele schon gegangenen waren. Frau Merkel siegte mit vierzehn Stimmen Vorsprung.
Nicht ganz so ausführlich steht diese Geschichte, die kaum noch jemand kennt, auch in "Aktion Störtebeker". Angela Merkel trug nicht nur voller Stolz ihr FDJ-Blauhemd, sie startete ihre BRD-Karriere auch an einem denkwürdigen Ort der DDR-Geschichte. Denn an der OHS wurden ausländische Militärkader ausgebildet, die zum Teil noch heute in Armeen rund um den Erdball ihren Dienst tun. Mehr dazu in meinem Politthriller zur Bundestagswahl, der hoffentlich bald wieder im Buchhandel erhältlich sein wird.

Eine schöne Bilderstrecke zu Prora ist übrigens gerade auf stern.de erschienen.

30.04.09

Wer ist der Taliban-Maulwurf?

Erst die Kanzlerin, nun der Außenminister. Wenn deutsche Spitzenpolitiker in Afghanistan zum vorher streng geheimgehaltenen Truppenbesuch erscheinen, hagelt es gezielt Raketen. Zwar sind Angela Merkel und Franz-Walter Steinmeier den Taliban-Angriffen zum Glück entgangen, einfache Soldaten haben hier meist mehr Pech. Doch wie kommt es, dass ein Sprecher der Islamisten nach dem Angriff auf Steinmeier in Kundus stolz verkünden konnte: "Wir wussten von der Visite". Die mörderische Attacke sei "ein Zeichen für den deutschen Außenminister gewesen".
Trotz der extremen Geheimhaltung des Überraschungsbesuchs des SPD-Kanzlerkandidaten am Hindukusch muss - so ist heute zu hören - nach den Erkenntnissen westlicher Geheimdienste der Aufenthaltsort Steinmeiers den Taliban "fast minutiös" bekannt gewesen sein. Das wirft eine Menge Fragen auf. Haben die Gotteskrieger einen Maulwurf in der SPD-Führung? Oder im deutschen Sicherheitsapparat? In der Bundeswehr-Spitze?

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ddp gibt es inzwischen "klare Hinweise", dass die Taliban mittlerweile gute Gewährsleute von Islamisten in Deutschland haben, die sie "auf dem Laufenden halten". Doch woher sollen die Kenntnis von den Reiseplänen des Bundesaußenministers haben? "Auf bisher ungeklärter Weise haben die Taliban ihre Finger in deutschen Stellen drin", sagte ein Geheimdienstexperte in Kabul der Nachrichtenagentur. 

Nun sind westliche Nachrichtendienste und islamistische Terrorzellen mitunter sehr eng verquickt. Aber dass dies auch in umgekehrter Richtung funktioniert, hätte ich nicht gedacht.

10.04.09

Merkels Stasi-Umfeld

Vor ein paar Tagen haben wir uns diesem Partnernetzwerk angeschlossen. Es soll "Bürgerjournalisten und Blogbetreibern erlauben, mit ihren Artikeln und Beiträgen eine größere Öffentlichkeit zu erreichen." Konkret gibt es jeden Tag eine Liste von Texten, die man (gegen Nennung des Autors) ins eigene Blog übernehmen kann.

Heute ist auf "Aktion Störtebeker" die Premiere mit dem Beitrag "Merkels Stasi-Umfeld" von Rolf Ehlers, den ich auf Mein Politik-Blog entdeckt habe. Er zeigt, wie man mit etwas Phantasie und Recherche auch der heutigen Bundeskanzlerin eine Stasi-Verstrickung "nachweisen" kann. Was man ja heute sehr gern auch mit Politikern der LINKEN macht.

Ob es wirklich so war, weiß ich nicht und ich teile auch nicht die Wortwahl und Schlußfolgerungen des Autors. In "Aktion Störtebeker" wird es auf jeden Fall eine kleine Passage zum Start der CDU-Karriere von Angela Merkel geben. Denn die begann zu nächtlicher Stunde in den Räumen der damaligen NVA-Offiziershochschule "Otto Winzer" in Prora auf Rügen. 

Aber hier nun der Beitrag von Rolf Ehlers:

Wenn wir beurteilen wollen, was wir von einem Menschen erwarten können, fragen wir immer erst danach, wo er denn herkommt. Wir suchen uns ein Bild von ihm zu machen, indem wir ergründen, in welchem Umfeld jemand in der Vergangenheit gelebt hat. Wir deutschen Wähler werden aber seit Jahren darüber im Dunkeln gelassen, aus welchem Umfeld denn unsere Kanzlerin kommt.

Keine der maßgebenden Zeitungen hat darüber mehr als oberflächlich berichtet, bis jetzt das Schweizmagazin am 29.5.2008 titelte:

“Deutsche Kanzlerin Merkel ein Stasi-Spitzel?”

In der Talk-Show von Anne Will wies Oskar Lafontaine, der sich heftigen Angriffen wegen seiner Zusammenarbeit mit Gegor Gysi als angeblichem Zuträger der Stasi ausgesetzt sah, darauf hin, dass es die Kanzlerin Merkel selbst sei, die eine Aktivistin des DDR-Systems gewesen sei.

Informationen, die in den Archiven vergraben waren und die nach der Wende in der großen Vernichtungsaktion nicht untergegangen waren, sind Vielen schon seit Jahren bekannt. Ihre Veröffentlichung ist aber nicht opportun. Offenbar gefällt es maßgebenden Leuten in den Redaktionen und Verlagen oder denen, die Macht über sie haben, Frau Merkel vor allen Angriffen zu schützen. Ob diese Leute selbst wissen, über wen sie da die Hand halten?

Die Verflechtung mit dem DDR-Regime von Angela Dorothea Kasner, die mit ihrer ersten Ehe den Namen Merkel annahm und ihn nach Eingehung der zweiten Ehe behielt, hängt eng mit ihrem familiären Umfeld und ihren persönlichen und politischen Freunden zusammen, die fast ohne Ausnahme mit der Stasi verbandelt waren. Dabei spielen herausragende Rollen ihr Vater Horst Kasner, ihr mehrjähriger Lebensgefährte Michael Schindhelm, Clemence de Maizière sowie dessen Nachkommen Lothar de Maizière und Thomas de Maizière, Wolfgang Schnur, Manfred Stolpe, Klaus Gysi und Günther Krause – mit Ausnahme von Thomas de Maizière sämtlich Vollblutstasis, wenn nicht streng bewiesen, dann aber verdächtig…

Der Vater: Kapitalistenfresser in der Kirchenpolitik

Merkels Vater, Horst Kasner, war nicht ein bescheidener Pfarrer, sonden ein bedeutender Mann in der DDR-Kirchenpolitik, in der er zusammen mit dem einflussreichen Clemence de Maizière,einem registriertem Informanten der Stasi, die DDR-Pläne mit den Kirchen vorantrieb, vor allem die Abspaltung der evangelischen Kirche in der DDR von der Evangelischen Kirche des ganzen Deutschlands. Er war Mitglied der von Moskau gsteuerten Christlichen Friedenskonferenz (CFK) und im von der Staatssicherheit gelenkten Weißenseer Arbeitskreis. Er hatte alle Freiheiten, die nur die Bonzen hatten: zwei Autos und das Recht in den Westen zu fahren. Im staatlichen Auftrag fuhr er mit der “nationalen Front” nach Italien, wo er öffentlich erklärte, dass allein die KPI dieses Land retten könne. 

Ihr selbst gewählter Biographie-Schreiber, der CDU-Politologe Gerd Langguth, dem man auch nachsagt, dass er ein seriöser Analytiker sei, teilt mit, dass der dominante Pfarrer Horst Kasner seine Tochter Angela “entscheidend geprägt” habe. Langguth beschreibt den Geistlichen, der 1954 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges von West nach Ost übergewechselt war und später im brandenburgischen Templin eine wichtige Einrichtung für die Ausbildung von Vikaren leitete, als Sympathisanten des SED-Staates. Seine politischen Anschauungen hätten ihm dort den Spitznamen “roter Kasner” eingebracht. Erst in der späten Wendezeit begann sich Angela Merkel zusehends - so Langguth - von ihrem “tief in das DDR-System verstrickten” Vater zu emanzipieren.

Über die Schülerin Angela Kasner berichtete der “IM Bachmann”, der u.a. auf Havemann angesetzt war, dass ihre “positive Grundhaltung bezüglich des Marxismus-Leninismus” bedeutend sei. Sie organisierte noch an der EOS Hermann Matern als führendes FDJ Leitungskader die Abschlussveranstaltung für ihren Abiturjahrgang. Vom Podium in der Aula rief sie auf zu Geldspenden für den Kauf von Waffen für die Frelimo-Rebellen in Mosambik und andere aktive kommunistische Gruppen in Südafrika. (Vgl. geisteswelt.blogsome.com)


Da sie die russische Sprache hervorragend beherrschte, durfte sie zum internationalen Schülerwettbewerb “Russische Olympiade” nach Moskau reisen.

Der Geliebte und der Arbeitskollege: Stasi-IM

Auf einem Studentenaustausch in Moskau lernte sie den gleichfalls dorthin entsandten Physikstudenten Ulrich Merkel kennen. Ihr eigener Vater traute die beiden im Jahre 1977. Vier Jahre später war sie mit der Ehe nicht mehr zufrieden. Nach ihrem Examen arbeitete sie am Zentralinstitut für Physikalische Chemie, einer Abteilung der DDR-Akademie der Wissenschaften in Berlin-Adlershof. In dieser Zeit wurden ihr ein längerer Aufenthalt in Prag und eine ausgedehnte Privatreise durch die Sowjetunion gestattet.

In dieser Zeit stieg sie innerhalb der FDJ auf zur FDJ-Freundschaftsratsvorsitzenden und als Mitgleid der FDJ-Kreisleitung zur FDJ-Leitungssekretärin und war damit Vorsitzende dieser kommunistischen Jugendorganisation an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Ihr Büro teilte sie mit einem Sohn Havemanns, dessen Familie mit der Trennung und Scheidung der Eltern heillos zerrissen war. Zu ihrer damaligen Arbeit erklärte sie später, sie habe den Einkauf von Theaterkarten organisiert. Ihre Funktion und gewiss auch ihre Arbeit war aber die einer Sekretärin für Agitation und Propaganda. (Vgl. politik.de/forum/)

In der Arbeit an ihrer Dissertation lernte sie im Nachbarbüro im Institut ihren neuen Geliebten kennen, den Michael Schindhelm. Er und Merkel waren von 1984 – 1986 tätig an der Akademie der Wissenschaften der DDR im Elitezentrum in Berlin-Adlershof. Schindhelm hatte 1978 im Studium in Woronesh in der Sowjetunion, die Verpflichtungserklärung als IM abgegeben. Auch Angela Merkel hatte 1978 eine verpflichtungserklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR als Vorbedingung für die Arbeit am DDR-Eliteinstitut erhalten. Sie behauptet, dass sie abgelehnt gehabt hätte.

Die politischen Trittbretthalter: registrierte IMs und und Stasiverdacht

Mit Ausnahme von Helmut Kohl, dem ganz offensichtlich völlig gleich war, woher jemand kam, sowie mit Ausnahme des unsäglichen Günther Krause, begann mit der Wende Merkels Aufstieg mit Unterstützung durchweg von Leuten, die mit der Stasi zusammengearbeitet hatten oder immer in Verdacht blieben. Das sind Wolfgang Schnur, der als Stasi enttarnte Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs (DA), Lothar Maiziere, der im Ruch steht, der IM Czerny zu sein und Manfred Stolpe, angenommener IM “Sekretär”, der im steten Kontakt mit dem Vater von Gregor Gysi, Klaus Gysi, dem Minister für Kultur und Staatssekretär für Kirchenfragen der DDR stand.

Ausgerechnet Klaus Schnur musste sie als Sprecherin in den Vorstand der DA holen, ausgerechnet Schnur und Lothar de Maizière, der Vater des Horst Kasner-Spezis Clemence de Maizière und Günther Krause fanden Anlass, Helmut Kohl für Angela Merkel zu erwärmen. Der weitere Weg ist bekannt. Interessant ist, dass Merkel sich gerade mit Thomas de Maiziere den Enkel von Clemence de Maizière (Spezi ihres Vaters) und Sohn ihres eigenen Förderers Lothar de Maizière als Kanzleramtsminister in die Regierung holte. Geben und Nehmen über Generationen hinweg!

Der Sonderfall: Merkels Bespitzelung des Dissidenten Robert Havemann

Seit 1976 wurde das Haus des bedeutendsten internen DDR-Kritikers Robert Havemann von der Stasi mit massiver Unterstützung von Hunderten FDJ-Aktivisten observiert. Ganz offensichtlich war an einem Tage im Jahre 1980 auch Angela Merkel, damals schon verheiratete Merkel und führender FDJ-Kader, dabei. Denn sie ist auf einem Foto zu sehen, wie sie auf das streng bewachte Haus Havemanns zugeht. Dieses Haus liegt in einem Viertel von Berlin, in dem Merkel wohl nie etwas zu tun hatte. Durch ihre Bekanntschaft mit dem außer Hause lebenden Sohn Havemanns wird sie die Zusammenhänge gekannt haben und sich nicht ohne besondere Absicht dort bewegt haben. Aber sie kann ja den dringenden Verdacht ausräumen. Sie steht aber nicht zu ihrer Vergangenheit. Vielmehr hat sie die Ihr treu ergebene Birthler-Behörde veranlasst, das Foto, auf dem jeder sie erkannte, zu rastern. (Vgl. schweizmagazin.ch/news/ - am 29.5.2008; spiegel.de/spiegel/ und de.indymedia.org/)

Interessant ist, dass gerade Gregor Gysi, der Havemann rechtlich gegen die Behörden der DDR – und natürlich auch gegen die Stasi – vertreten hat, von der Merkel-CDU und ihrer Birthler-Behörde als Stasizuträger hingestellt wird. Dabei dienten seine Gespräche mit der Stasi der Verfolgung der Interessen seines Mandanten – und Erfolg hatte er auch, indem er Lockerungen durchsetzte.

Das Resümee

Wir haben eine Kanzlerin, die mit ihrem gesamten persönlichen Umfeld und bis in ihren merkwürdigen Aufstieg bis zur Kanzlerin voll von Menschen umgeben und getragen wurde, die fest mit dem System der DDR verankert waren, die wichtigsten darunter im Dienste der Staatssicherheit. Erst mit der Wende hat sie sich selbst zur Gegnerin der DDR-Diktatur gemacht. Bis dahin war sie linientreue Dienerin des Systems, in dem sie weiter aufsteigen wollte. Und solch eine Frau spielt sich zum Richter über schwache Naturen wie Filbinger auf, der sich ohne Murren für das Naziregime einsetzen ließ, aber immerhin heimlich dagegen intrigierte!? So viel kann man sagen, dass sie keine schwache Natur ist. Denn was immer sie als ihr Credo angibt, verfolgt sie auch mit starken Worten – jedenfalls so lange, bis sich der Wind dreht.

Würden Sie Ihrem Sohne eine solche Frau wünschen, von der sie wissen, dass sie ihr Leben lang das Gegenteil von dem gelernt und getan hat, worauf es jetzt ankommt? Es geht nicht darum, dass jeder seine Anschauungen ändern kann. Aber ob es ihm wirklich gelingt und ob nicht die eingefahrenen Geleise ihn später wieder auf gewohnte Wege bringen, ist offen.

Bei Frau Merkel gibt es viele Anlässe anzunehmen, dass die DDR für sie noch lange nicht gestorben ist. Bests Beispiel ist ihre Rede im letzten Bundestagswhlkampf, in der sie ausführt, dass man nicht diskutieren dürfe, ob man wirklich öffentliche Plätze sämtlich mit Kameras überwachen soll. Sie meint, so was müsse man “einfach machen”. So wie die Stasi auch nie gefragt hat, bevor sie handelte. Wenn wir eine Kanzlerin haben mit der nicht aufgearbeiteten Mentalität eines Stasi-Unterstützers, kann es nicht verwundern, dass die staatliche Überwachung bald nicht anders aussieht als in der DDR.

Quelle: Womblog
Der Artikel ist unter einer “CC Lizenz” lizenziert.