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09.09.09

Nostalgietour auf Rügen: Die Spuren von Ferien, Fisch & FKK

Nein, bei mir ist nicht - wie beim Autoren dieses Berichtes in der Welt "die Ostalgie in Entsetzen umgeschlagen". Eher in Langeweile. Unter dem etwas eigenartigen Titel "20 Jahre Mauerfall: Auf den Spuren von Ferien, Fisch & FKK" (Hier der PDF-Flyer) hat die Tourismuszentrale Rügen eine eintägige Bustour über die Insel entwickelt und groß angekündigt:
Gemäß dem Motto „sag mir wie es damals war, zeig mir wie es heute ist“ erfahren interessierte Urlauber, wo einst die Politprominenz der DDR residierte, wo FDGB-Urlauber – wenn sie viel Glück hatten – ihren Jahresurlaub verbrachten, wie es in Sassnitz, einem der größten Fischerei- und Handelshäfen der DDR, zuging und wie am Kap Arkona die „Seegrenze“ des sozialistischen deutschen Staates überwacht wurde.

Klingt ja ganz interessant und ich wollte schon immer mal dran teilnehmen. Gestern - bei der in dieser Saison vermutlich letzten - Erinnerungstour habe ich es nun endlich geschafft. Mit sieben zahlenden Teilnehmern zählte sie sogar zu den besser besuchten. Viele der seit Juni wöchentlich angebotenen Fahrten sind wohl mangels Interesse sogar ganz ausgefallen. Dabei gab es jede Menge Presseberichte dazu.

Los ging es am Morgen im Cliff Hotel in Sellin – früher als "Erholungsheim Baabe" eine Einrichtung des ZK der SED, in dem vor allem führende Funktionäre von Bruderparteien aus aller Welt ihren Urlaub verbrachten. Egon Krenz soll auch öfters dagewesen sein. Erich Honecker dagegen nur einmal, als er seine Frau Margot hier absetzte. Wir landeten zunächst in der ehemaligen Mitarbeiterkantine, die nach der Wende als Abstellkammer zweckentfremdet und erst vor ein paar Monaten entrümpelt wurde. Was den Vorteil hatte, dass die Originaleinrichtung erhalten ist und der Raum sogar noch immer nach DDR riecht. 

Auch der berühmte "Bonzen-Aufzug" (den Kommissar Bratfisch in "Aktion Störtebeker" als junger Volkspolizist einmal bewachen musste) ist noch da und wurde ausgiebig besichtigt. Ansosten haben wir erfahren, dass das in den Medien immer gerne so genannte "luxuriöse Resort-Hotel mit fünf Sternen" derzeit gar keine Sterne hat und auf seine Re-Zertifizierung wartet.

Über die nächste Station der Nostalgietour - den Hafen von Sassnitz - gab es im Zusammenhang mit dem Thema "20 Jahre Wende" nicht viel zu erfahren. Es fand lediglich das übliche Touristenprogramm statt: Fischbrötchen direkt vom Kutter und Schiffsfahrt zu den Kreidefelsen.

Am nächsten Highlight "Kap Arkona" war es dann umgekehrt. Statt der üblichen Leuchtturmbesichtigung und der Wanderung zum Fischerdörfchen Vitt stand hier das Eintauchen in die unterirdische Bunkerwelt des Führungsstabes der 6. Flottille der Volksmarine auf dem Programm. Unter Führung des ehemaligen Polit- und späteren Presseoffiziers Ernst Heinemann, der heute ehrenamtlicher Bürgermeister des Ortes Putgarten (Bündnis für Rügen) ist und gerne auch als der „König von Arkona“ bezeichnet wird. Der umtriebige Macher (der auch der letzte Parteisekretär in der Flottile gewesen sein soll) hat seine eigene Sicht auf die Wende vor 20 Jahren und die aktuelle Weltlage. 

Dass Atombunker überall auf der Welt nicht wirklich dem Schutz ihrer Insassen dienen und deshalb abgeschafft gehören, kann man nachvollziehen. Doch seine Position, mit einer alten DDR-Verfassung in der Hand nachdrücklich unterstrichen, dass das DDR-Militär unter keinen Umständen auf das eigene Volk geschossen hätte, würde ich nicht unbedingt teilen. Zum Glück ist der Befehl dazu nicht gekommen und insofern hat Heinemann natürlich recht, dass der gewaltlose Übergang ohne einen einzigen Schuß sicher zu den wichtigsten Leistungen der damals Handelnden gehört. 

Trotzdem: Sein Konzept, in den ehemaligen Bunkergängen unkommentiert Fotos, Orden, Schriftstücke, Inventar und Uniformen (einschließlich seiner eigenen) auszustellen, damit sich jeder Besucher selbst einen Reim darauf machen kann, erscheint problematisch. Und es erinnert stark an das NVA-Museum in Prora.

Die letzte Station der Tour in die Vergangenheit war dann aus Zeitgründen (ein Stau auf der Schaabe kostete Unmengen an Zeit) nur im Schnelldurchgang möglich. In Binz konnte man erleben, dass sich aus FDGB-Ferienheimen in Plattenbauweise zumindest äußerlich ganz ansehnliche Hotels machen lassen. Wer allerdings schon mal seinen Urlaub im Inneren des IFA-Parks verbracht hat, wird jedoch die Grenzen dieser kosmetischen Operationen erlebt haben.
Alles in allem hinterlässt die Rügen-Tour zum 20. Wendejubiläum als bei mir ein eher zwiespätiges Gefühl. Ich bin mal auf den Beitrag eines Kollegen vom Deutschlandradio gespannt, der auch den ganzen Tag dabei war und daraus eine Reportage schneidet. Ach ja: Zum Hypethema FKK in der DDR, von einigen Medien groß aufgezogen, wurden auf der ganzen Fahrt gerade mal zwei Sätze gesagt.

05.07.09

Farbiges Prora: Nackt an der Ostsee

Während die Colorbeach-Verhüllungsaktion des "Koloss von Prora" nun langsam Gestalt annimmt (über den Fortgang berichtet jetzt ein eigenes Weblog), haben kürzlich sechs weibliche Fotomodelle im Inneren des Betonkolosses für die Aktion Proradise die Hüllen fallen gelassen. Die Ergebnisse des Fotoshootings lassen sich nun auf eBay ersteigern. Schon etwas eigenartig ist der damit verbundene Anspruch der Initiatoren:

"Wir wollten im Koloss von Prora die dunkle Geschichte und Architektur der Nationalsozialisten mit der Leichtigkeit und Fröhlichkeit weiblicher Fotomodelle inszenieren". Klaus Ender, einer der bekanntesten Akt-Fotografen der DDR und - mit Unterbrechungen - seit 1962 auf der Insel Rügen lebend, sieht in der Aktion immerhin einen "Nachdenk-Anschub". 

Deshalb ein kleiner Einschub zur Biographie dieses großen Foto-Künstlers, die das Auf und Ab der DDR-Kulturpolitik sehr deutlich widerspiegelt:

Als Sohn eines Österreichers und einer deutschen Mutter 1939 in Berlin geboren, zog er 1962 als 23-jähriger, leidenschaftlicher Fotoamateur auf die Insel Rügen und verliebte sich in diese. Er war der einzige DDR-Amateur, der es schaffte, in wichtigen Zeitschriften wie Das Magazin und Eulenspiegel zu publizieren und dann sein Hobby zum Beruf zu machen. Am 10. Mai 1966 begann er in Binz seine Tätigkeit als freischaffender Akt- und Landschafts-Fotograf. In wenigen Jahren gehörte er zur Spitze der DDR-Fotografen und publizierte in über 50 Verlagen. 1972 verließ er Rügen, weil der politische Druck zu groß wurde, und zog nach Potsdam. Drei Jahre später rief er die erfolgreichste Ausstellung der DDR "Akt & Landschaft" ins Leben, die zum Leistungsvergleich der DDR-Fotografen und später zum gesamtdeutschen Wettbewerb wurde. 1981 verließ Ender die DDR und übersiedelte nach Österreich, wo er mittellos bei Null anfing. Gleichzeitig war dies aber auch der Startschuss für eine internationale Karriere. Aus über 600 Seiten Stasi-Akten und den Recherchen einer britischen Wissenschaftlerin erfuhr er nach der Wende, dass man ihn in seiner Abwesenheit zur „Persona non Grata“ erklärt hatte. Alle von ihm handelnden Veröffentlichungen im Staatsarchiv und dem Landesarchiv Brandenburg wurden getilgt, die Bezirkskommission Potsdam zum Gründer von Akt & Landschaft gemacht. 1996 ging Klaus Ender wieder zurück auf seine geliebte Insel, wo er heute mit seiner Frau eine Foto-Galerie betreibt, weiter eifrig fotografiert und sich auch mit den Schattenseiten der Insel beschäftigt. 

Auf diese ganze Geschichte bin ich eigentlich nur gekommen, weil mir beim Eintippen einer Internetadresse ein Fehler unterlaufen ist: Statt www.colorbeach.com (die Verhüllungsaktion) habe ich www.colourbeach.com eingegeben und bin so bei den Nackten in den ehemaligen NVA-Kasernen gelandet. Schön clever von den Proradise-Machern, die auf der Welle der geplanten größten Freiluft-Galerie der Welt mitschwimmen wollen. Die bisher gegen alle Abrißversuche resistenten Stahlbetonbauten am schönsten Strand von Rügen scheinen sich also wachsender Beliebtheit zu erfreuen. Vielleicht kommt das auch meinem Regional-Krimi "Aktion Störtebeker" zu Gute, in dem Prora ja eine zentrale Rolle spielt.

 

02.07.09

Auf der Suche nach einer El-Kaida-Kommandoeinheit in Deutschland

Laut Informationen des ZDF plant eine Kommandoeinheit der islamistischen Terrororganisation El Kaida offenbar Anschläge in Deutschland. Unter "Berufung auf Sicherheitskreise" berichtet der TV-Sender, dass "eine Gruppe mit zirka 15 Terroristen Pakistan verlassen haben, um Attacken in westlichen Ländern auszuführen." Unter den Verdächtigen seien neben Arabern, Amerikanern und Tschetschenen auch vier Deutsche.
Im Gemeinsamen Terror-Abwehr-Zentrum (GTAZ) in Berlin, in dem Ermittler der Sicherheitsbehörden aus Bund und Ländern zusammenarbeiten, werden die Warnungen laut ZDF durchaus ernst genommen. Denn darin tauchen die Namen Abu Abdul Rahman al-Najdi und Adam Gadahn auf, die als Hintermänner die Ausbildung der Terroristen in einem Trainingslager in Pakistan in der ersten Jahreshälfte koordiniert und ihre Mission geplant haben.

Nach ZDF-Informationen deckt sich die Warnmeldung mit weiteren Erkenntnissen, nach denen die Führung der El Kaida einen Terroranschlag gegen Deutschland noch vor der Bundestagswahl Ende September ausführen lassen will. Damit solle Stimmung für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gemacht werden. Wobei nach jüngsten Umfragen ohnehin schon 61 Prozent der deutschen Bevölkerung für diesen Schritt eintritt. Was ja ohnehin schon die Mehrheit ist.

Heute - so die Süddeutsche Zeitung (SZ) - treffen sich in Berlin Vertreter von Bundesbehörden wie dem Bundeskriminalamt und dem Bundesamt für Verfassungsschutz mit den Experten des Bundesinnenministeriums, um einen Maßnahmenkatalog gegen die Bedrohung zu diskutieren. Weitere Treffen mit Vertretern der Bundesländer sollen in den kommenden Wochen stattfinden.

Auslöser für die nun erneut erhöhte Terrorgefahr - so das Blatt - seien verstärkte Reisebewegungen angeblicher deutscher Verdächtiger nach Pakistan und abgehörte Gespräche. Das "Hintergrundrauschen in der Szene ist ungewöhnlich angeschwollen", sagte ein Sicherheitsbeamte der SZ. "Sehr konkret" werde diskutiert, wie Deutschland aus der "Afghanistan-Allianz" des Westens "herausgeschossen" werden könne.

"Die betrachten Deutschland als schwächstes Glied der Kette", so der Beamte. Ein anderer Sicherheitsexperte sprach gegenüber der Süddeutschen von einem "Qualitätssprung der Gefährdungslage". Eine "merkwürdige Melange aus Al-Qaida-Leuten und anderen Dschihadisten" diskutiere, "wie Druck auf Deutschland ausgeübt werden" könne. Der Wahltermin Ende September spiele dabei "durchaus eine Rolle".

Wie so ein Szenario aussehen könnte, ist ziemlich genau in meinem Polithriller "Aktion Störtebeker" nachzulesen. Der spielt im Spätsommer 2009 auf der Insel Rügen - mitten im Wahlkreis der deutschen Bundeskanzlerin - und erscheint am 10. Juli unter der ISBN 978-3-86785-086-5 im BS-Verlag-Rostock. Dabei wird nicht nur eine Leiche am Ostseestrand entdeckt, sondern auch ein Sprengstoffanschlag auf die neue Rügenbrücke vorbereitet. Ob er erfolgreich ist und ob tatsächlich islamistische Fanatiker dahinterstecken, kann man schon bald nachlesen.


20.06.09

Verhüllung in Prora: Colorbeach wird die größte Freiluftgalerie der Welt

An dem Spektakel hätte bestimmt auch Verhüllungskünstler Christo seine Freude: Ab dem 11. Juli soll  die Fassade der Blöcke I bis V des "Koloss von Prora" zur größten Open-Air-Galerie der Welt werden und ins "Guiness-Buch der Rekorde" Einzug halten. Colorbeach heißt die Aktion des Dresdners Arne Nowak. Bis zu 800 Kunstwerke sollen auf beiden Seiten des Betongiganten angebracht werden — jedes 5,20 x 3,80 Meter groß und wenn möglich von Künstlern aus der ganzen Welt.

Jeder Interessierte kann mitmachen und seinen digitalisierten Beitrag aus den Genres Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei an das Projektbüro einsenden. Nach einer Überprüfung wird das Bild dann zunächst auf der Colorbeach-Website in die (derzeit noch leere) virtuelle Galerie übernommen. Im nächsten Schritt erzeugen die Veranstalter ein Blow-up, das auf feuerbeständiges Gewebe gedruckt wird. Diese Vergrößerung wird dann an der Fassade des Gebäudes befestigt. Details stehen im Exposee (pdf).

Zunächst soll Block V des Gebäudes künstlerisch verhüllt werden, danach geht es Schritt für Schritt weiter. Bis zum August 2010. Die Landseite - so die Planung - soll etablierten Künstlern überlassen werden. Mit einer "Zeitreise durch die deutsche Kunstgeschichte — von 1936 bis heute." Die Seeseite wird dagegen für junge Künstler reserviert, darunter auch für Schüler von der Insel. Das Thema ist hier „Meine Welt“.  „Alles ist erlaubt, es kann gar nicht unterschiedlich genug sein. Nur plakative politische Botschaften wollen wir nicht“, hat Nowak angekündigt.

Das übergreifende Motto der Aktion heißt "Individualität contra Konformität". Der "Hauch des Deutsch-Nationalen" von Prora - so die amerikanische Galeristin Jill Clark, die als Kuratorin der Ausstellung engagiert wurde -  soll einer neuen, „globalen Identität“ weichen. Ein gute Idee, wie ich finde. Denn auch wenn jetzt wieder manche Leute meckern, weil sie das Konzept nicht verstehen: Besser als mit dem "Kratzputz gräulich" aus NVA-Zeiten werden die Fassaden des Betongiganten, der in meinem Krimi "Aktion Störtebeker" ja auch eine ziemliche Rolle spielt, allemal aussehen. Und Rügen hat eine Touristenattraktion mehr.

13.06.09

So ein Zufall: Kommissar Bratfisch hat einen Doppelgänger

Ja, kann es so einen Zufall wirklich geben? Da fällt mir das Herbstprospekt des Frankfurter Societäts-Verlag in die Hand. Und bei den Ankündigungen eines neuen Frankfurt-Krimis von Martin Beer muss ich lesen:
Wie wird man Aushilfsdetektiv? Es hilft, wenn man nicht besonders clever ist – das gilt jedenfalls für Kurt Bratfisch, bekennender Kneipensitzer, eingefleischter Frankfurter und Hauptfigur im neuen Roman von Martin Beer. Als er seinen neuen Job für die Detektei Müller annimmt, hofft er auf ein kleines Abenteuer und ein paar Euro. Dass er schließlich mitten in Frankfurt mit einer Pistole in der Hand zu sich kommt und als Mörder gesucht wird, ändert schlagartig seine Lebensperspektive. Nun gilt es erst einmal, die eigene Unschuld zu beweisen. „Der Blitzer“ ist ein echter Frankfurt-Krimi. Er riecht nach Apfelwein, schmeckt nach Handkäs’ und zeigt eines ganz deutlich: Wenn man Kurt Bratfisch heißt, dann kann alles noch viel schlimmer kommen.
Als ich mir den Namen "Kurt Bratfisch" für den Helden von "Aktion Störtebeker" ausgedacht habe, sollte der möglichst unverwechselbar sein. Darum habe ich bundesweit im Telefonbuch recherchiert und natürlich auch danach gegoogelt. Insgesamz taucht der Nachname "Bratfisch" bundesweit nur 155mal auf, davon nie in Verbindung mit "Kurt". Und wenn man heute bei Google danach sucht, entfallen 29 der insgesamt 39 Treffer auf "meinen" Kommissar. Dreimal wird noch ein Schweinezüchter aus Gera erwähnt, der Rest sind andere - meist verstorbene - Träger dieses seltenen Namens.

Selbst wenn ein - mir völlig unerklärlicher - Zufall zu einer zeitlichen Parallelität der Namensfindung geführt haben sollte, müsste dem Autor oder dem Lektorat des Verlages doch die Namensgleichheit aufgefallen sein? Die haben doch bestimmt auch im Web danach gesucht. Und die ersten Nennungen von "Kurt Bratfisch" als Kommissar sind schon im September 2008 zu finden.

Na egal, ein Name eines Ermittlers in einem Regional-Krimi ist keine geschützter Name (obwohl: Was würde passieren, wenn ich meinen Helden einfach "Wallander" nennen würde?) und zum Glück gibt es noch genug andere Unterscheidungsmerkmale. Während der Doppelgänger aus Frankfurt meistens in der Kneipe hockt, Äppelwoi trinkt und Aushilfsdetektiv ist, arbeitet mein "Bratfisch" bei der Kripo in Stralsund, engagiert sich in der Linken und war Fallschirmjäger bei der NVA. Außerdem bloggt er seit ein paar Wochen und wird so seine Online-Reputation weiter aufbauen. 



09.03.09

Ein Stich ins Wespennest

Nachdem ich an verschiedenen Stellen auf den neuen Krimi "Wespennest" der Journalistin und Schriftstellerin Uta-Maria Heim aufmerksam gemacht worden bin, habe ich ihn mir sofort bestellt und heute kam das Päckchen. Gleich mit dabei: Der 1991 erstmals veröffentlichte Kriminalroman der Autorin "Das Rattenprinzip", der letztes Jahr neu aufgelegt wurde und der 1992 den Deutschen Krimi-Preis bekommen hat.

"Der Roman erzählt von einem jungen Lebensgefühl, das gegen die Verdummung und die skrupellose Vermarktung rebelliert, und hat heute längst Kultstatus erreicht", schreibt der Verlag. Im Februar 2009 erschien nun die lang erwartete Fortsetzung, in dem die Geschichte der „Rattenprinzip“-Protagonisten und ihrer Nachkommen weitererzählt wird.

Und die klingt interessant und hat auch mit den Themen meines Rügen-Krimis zu tun.
Denn ein Held in dem Roman ist der inzwischen 86jährige Kommunist Karl Roth. Der "rote Karle" haut in dem neuen Krimi noch einmal richtig auf den Tisch. "Vom Nazi-Terror über den RAF-Terrorismus bis zum weltweiten Wirtschaftskollaps – Furcht, Schrecken und Dummheit sind einfach nicht totzukriegen. Doch im Ländle rumort es. Auf zum Widerstand! Während in Baden-Baden die postbürgerliche Revolution tobt, regt sich auch in Stuttgart Protest. Und Karle holt in Schramberg die Waffe aus dem Schrank", heißt es im Klappentext.

Auch wenn es viel Lokalkolorit gibt und die Protagonisten aus Kornwestheim und Stuttgart miteinander schwäbeln, will das "Wespennest" kein Lokal- oder Regionalkrimi sein. "Aber ich siedele meine Bücher immer an meinem Wohnort an. Da kenne ich mich aus", sagt die Autorin im Interview. Doch "an der bloßen Wiedererkennbarkeit" liegt ihr nichts.

Darüber, warum
Uta-Maria Heim mit dem "roten Karle" den "letzten Kommunisten im Schwarzwald" zum Helden macht, habe ich noch nichts gefunden. In ihrer Biographie ist kein persönlicher Anknüpfungspunkt zu erkennen. Aber vielleicht bin ich nach dem Lesen der beiden Bücher schlauer. Gut finde ich auf jeden Fall, dass mit "Anna Blume" auch eine Katze eine wichtige Rolle spielt. Das sind interessante Parallelen zum Kater "Klimaschewski", der in "Aktion Störtebeker" ab und zu auftauschen wird.



10.10.08

Nächsten Mittwoch auf der Buchmesse in Frankfurt

Am nächsten Mittwoch bin ich in Frankfurt auf der Buchmesse und bei der Zusammenstellung meines Besuchsprogramms stosse ich auf erhebliche Schwierigkeiten. Neben dem Vorbeigehen bei einigen Regionalkrimi-Verlagen gibt es auch noch jede Menge Veranstaltungen und ich kann mich nicht so recht entscheiden, an welchen ich nun teilnehmen soll? Eher was zum Thema Krimis oder doch mehr in Richtung Buchmarketing?

Drei Veranstaltungen will ich auf jeden Fall nicht versäumen:
  • Corporate Blogs: Neue Wege zum Kunden
Wie können Buchhandlungen und Verlage Corporate Blogs als Kommunikationsmittel erfolgreich einsetzen und für sich nutzen? Melanie Huber von Kilroy PR stellt Best-Practice-Beispiele vor. 
  • Sechs Meter Krimi
Talk mit den drei größten deutschsprachigen Factionthriller-Autoren: Jan Bergrath (2,14 m), Günther Zäuner (2,07 m) und Heinz-Peter Baecker (1,93 m). Die drei Journalisten und Autoren sprechen über ihre aktuellen Bücher, die jeweilige Recherche und wie sie aus diesem Material spannende Krimis zu Papier bringen. Mit kurzen Textproben.
  • Der Schatz im Silbensee: Suchmaschinenoptimierung für Verlage
Gefunden werden auf den ersten Klick. Ein 15 minütiger Vortrag für Verleger und Verlagsmitarbeiter über die Möglichkeiten im Netz besser auffindbar zu werden.

Wie geschrieben: Es gäbe noch viel mehr Interessantes. Aber der Arbeitstag hat nun mal nur acht Stunden.

09.10.08

Regionalkrimis gewinnen an Bedeutung

Die Ostsee-Zeitung stellt heute auf einer Seite neue Rügen-Bücher vor. Darunter auch den Insel-Rügen-Krimi „Nicht das Herz“ von Willy-Charlotte Schwandt. Den halte ich ja nun für nicht so besonders gelungen.

Aber interessant ist die in der Zeitung zitierte Meinung von Herausgeber Uwe Rieger, der in dem kleinen Dorf Mesekenhagen bei Greifswald den buch.macher autoren.verlag betreibt.

Der Verleger ist überzeugt, "dass die regionalen Krimis durch die Suche der Touristen nach dem Unverwechselbaren ihres Urlaubsorts noch mehr an Bedeutung gewinnen werden". Regionale Krimis seien schon lange Bestandteil regionalen Marketings von Orten und Regionen in ganz Deutschland.