Da bin ich nun in Berlin auf der 6. Linken Medien Akademie (LiMa). Um etwas Werbung für meinen (ungedruckten) Rügen-Krimi zu machen und um etwas zu lernen. Darum habe ich mich auch auf die Lesung mit dem Journalisten und Autor Jürgen Elsässer gefreut, der heute nachmittag über sein Buch "Terrorziel Europa - Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste" diskutieren sollte. Passt ja irgendwie auch zu meinem Buchthema und der Verlag kündigt Elsässers Werk mit den Worten: "Ein Sachbuch, so spannend wie ein Thriller. Ein Kenner gibt Einblick in die Machenschaften der Geheimdienste" an.
Doch dazu kam es leider nicht. Der Saal war voll und der - durchaus umstrittene - Autor verkündete dem erwartungsvollen Publikum: "Die Lesung wird nicht stattfinden". Der Hintergrund sind schon länger schwelende Grabenkämpfe in der Linken, auf die ich hier nicht eingehen will. Auch wenn mir Jürgen Elsässer wie eine beleidigte Leberwurst vorkam, lässt sich sein Ärger nachvollziehen. Denn die LiMa-Veranstalter hatten vorher in einem Blog ankündigen lassen: "Um zu gewährleisten, dass sich Elsässer an die Absprachen hält, haben wir ihm einen Moderator zur Seite gestellt. Wenn er dies nicht tut, werden die Veranstaltungen umgehend von uns beendet."
Man muss ja kein Fan von Jürgen Elsässer sein oder seine politischen Ansichten und manchmal überspitzte Wortwahl teilen. Aber bei einer Lesung einen Aufpasser neben sich zu haben, der bei mißliebigen Äußerungen eingreift und die Veranstaltung dann willkürlich abbricht, das ist schon harter Tobak. Zumal der "Moderator", wie sich dann zeigte, extrem unsouverän reagierte. Während ein Großteil des Publikum (nach Abstimmung) zumindest die Erklärung Elsässers für seine Absage hören wollte, rief er immer wieder mit lauter werdender Stimme "Diese Veranstaltung ist beendet".
Irgendwie löste sich dann alles im Tumult auf. Wäre aber sicher interessant geworden, wenn das Publikum einfach sitzengeblieben wäre und das Geschrei und die Drohung mit dem Hausrecht ignoriert hätte. Aber soweit geht es dann aber mit der vielbeschworenen Partizipation der LiMa-Besucher dann doch nicht, dass sie einfach ihr eigenes Programm durchsetzen. Ein schaler Beigeschmack bleibt auf jeden Fall. Genauso falsch wie das unprofessionelle Agieren der Veranstalter war es in meinen Augen auch, dass Jürgen Elsässer seine Absage nicht früher mitgeteilt hat. So war das Publikum umsonst zur Lesung gekommen und musste sich dieses absurde Schauspiel anschauen.
Nun hätte Jürgen Elsässer heute ja nicht zum ersten Mal aus seinem Buch gelesen. Darum können sich alle, die an dem durchaus spannenden Thema interessiert sind, hier einen Mitschnitt einer früheren Lesung anhören.
06.03.09
05.03.09
Wolfgang Schreyer - ein fast vergessener Bestsellerautor
Zu den DDR-Büchern, die von der Peter-Sodann-Bibliothek vor dem Verschwinden gerettet werden, sollten auf jeden Fall die von Wolfgang Schreyer gehören. Mit einer Gesamtauflage von über 6 Millionen war der Verfasser von spannenden Romanen, die meist in Lateinamerika spielen, ein echter Bestseller-Autor. Auch etliche Krimis stammen aus seiner Feder. Ich erinnere mich noch gut an "Der Mann auf den Klippen", in dem er sich mit den Ereignissen im Jahr 1983 auf der Karibikinsel Grenada beschäftigte.
Auch nach der Wende war der 1927 Geborene weiter produktiv, konnte aber eine seine großen Erfolge nicht mehr anknüpfen. Auf den fast Vergessenen, der heute in Ahrenshoop lebt, bin ich über die Rechercheliste zu dem Buch "Die Legende" gestossen. Das beschäftigt sich mit dem 11. September und wurde vom Altmeister zusammen mit seinem Sohn Paul geschrieben. Eine gute Idee und ein schöner Leserservice, die zahlreichen Quellen - für die im Buch selbst kein Platz ist - im Web zur Verfügung stellen.
Auch nach der Wende war der 1927 Geborene weiter produktiv, konnte aber eine seine großen Erfolge nicht mehr anknüpfen. Auf den fast Vergessenen, der heute in Ahrenshoop lebt, bin ich über die Rechercheliste zu dem Buch "Die Legende" gestossen. Das beschäftigt sich mit dem 11. September und wurde vom Altmeister zusammen mit seinem Sohn Paul geschrieben. Eine gute Idee und ein schöner Leserservice, die zahlreichen Quellen - für die im Buch selbst kein Platz ist - im Web zur Verfügung stellen.
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28.02.09
Peter Sodann: Das Wertvollste an der deutschen Einheit ist die Bananenkiste
Still war es in letzter Zeit um den Ex-Fernsehkommissar und Bundespräsidentenkandidaten der Linken Peter Sodann. Es ist auch nicht so einfach, Schlagzeilen zu provozieren, wenn selbst Angela Merkel laut über die Verstaatlichung von Banken nachdenkt. Aber heute war es wieder mal soweit. Nicht auf dem Europaparteitag der Linken in Essen (hier der Liveticker), wo der Schauspieler auch anwesend ist, sondern durch ein Interview mit der Berliner "Tageszeitung".
Darin ging es darum, dass Peter Sodann zusammen mit einem Merseburger Verein sämtliche Bücher, die zwischen 1945 und 1990 in Ostdeutschland erschienen sind, vor dem Zerfall bewahren will. "Wir sammeln Schrott und Gutes", wird der Kandidat zitiert. "Denn die Leute sollen einmal selber rausfinden, was damals war, wer gelogen hat, wer nicht." Die Peter-Sodann-Bibliothek in Merseburg umfasst inzwischen eine Viertel Million Titel, die bis zur Bibliothekseröffnung in Kartons zwischengelagert sind. Und die lieferten auch die Schlagzeile, denn Peter Sodann sagte dazu: "Das Wertvollste an der deutschen Einheit ist die Bananenkiste, mit der kann man am besten Bücher transportieren."
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24.02.09
Regionalkrimis bei Aldi zum Schleuderpreis von 1,99 Euro
Gerade beim Einkaufen im Prospekt von Aldi-Nord für die nächste Woche entdeckt:
"Spannende und mitreißende Kriminalromane von bekannten und ausgezeichneten Autoren, z. B. Jacques Berndorf: Eifel-Gold, Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Wiedertäufer", steht im Begleittext. Das ganze für 1,99 Euro pro Taschenbuch.
Was da wohl noch für Verlag und Autor übrig bleibt? Oder macht es die Masse? Aber vielleicht räumt der Grafit-Verlag mit Hilfe des Discounters auch nur sein Lager. Ob "Eifel-Kreuz" von Berndorf wohl dabei ist? Denn in dem Krimi arbeitet ja eine der Protagonistinnen in einem Aldi-Markt. Aber das ist dann doch eher Aldi-Süd gewesen.
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20.02.09
Das unsichtbare Visier - Die Guten von der Staatssicherheit
Während im Westfernsehen morgen auf allen Kanälen Karnevals-Frohsinn flimmert, schlägt der RBB gnadenlos zu: Gleich drei Teile der DDR-Kultserie "Das unsichtbare Visier" werden am Samstag-Abend gezeigt. Es sind auch die erste drei Episoden, gedreht 1973.
Damals schien die Welt noch in Ordnung: Auf der einen Seite die bösen Nazis, die in der Bundesrepublik wieder an der Macht gelangen, und auf der anderen Seite die unerschrockenen Kundschafter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, die diese fiesen Machenschaften enttarnen. Heute stellt sich das Alles - wie wir inzwischen wissen - doch etwas differenzierter dar.
Kurz die Handlung der 16teiligen Serie, in der immer drei Filme eine abgeschlossene Handlung bilden:
Der MfS-Kundschafter Werner Bredebusch (ein Glanzrolle für den jungen Armin Müller-Stahl) wird in eine Organisation von faschistischen Ex-Militärs und ihre argentinischen Schlupfwinkel eingeschleust. Die Herren weihen ihn in ihre geheimen Pläne ein. So kundschaftet er die Planungen der westdeutschen Bundesregierung zur Aufstellung einer neuen Armee aus und vereitelt den Versuch von westlichen Geheimdiensten und Konzernen, an geheimes Metarial der Nazis über chemische Kampfstoffe heranzukommen. Bei seinem letzten Auftrag im Jahre 1961 (Folge 9) fliegt Bredebuschs Tarnung auf, und er kehrt in die DDR zurück. Doch der westdeutsche Rechtsanwalt Dr. Clemens setzt ab Folge 10 zusammen mit seinen Mitarbeitern die gefährlichen Missionen als "Kundschafter für den Frieden" fort. Er kann beispielsweise einen geheimen Test von Psychodrogen an Bundesbürgern verhindern oder von westlichen Geheimdiensten unterstützte Terroranschläge beenden, die den Kommunisten in die Schuhe geschoben werden sollen.
Die ersten drei Teile, die morgen vom RBB gesendet werden, haben diese Handlung:
1. Der römische Weg
Werner Bredebusch kommt in der Rolle des toten Jagdfliegers Achim Detjen mit einem Spätheimkehrertransport in der Bundesrepublik an. Organisiert durch das faschistische „Kameradenhilfswerk“ entgeht er einer drohenden Verhaftung und gelangt auf dem "römischen Weg" über Italien nach Südamerika. Der falsche Detjen übersteht erfolgreich alle Überprüfungen und vermag auch seinen ehemaligen Dienstvorgesetzten, der jetzt in Argentinien als militärischer Ausbilder eingesetzt ist, von seiner Identität zu überzeugen. Er schafft es, auch den ehemaligen SS-Offizier Born perfekt zu täuschen und erringt dessen Vertrauen.
2. Das Nest im Urwald
Detjen bildet in der Stadt Cordoba argentinische Flugschüler aus und gewinnt an der Seite seines Chefs Krösing Einblicke in Schlupfwinkel und Anlaufstellen ehemaliger hoher Nazioffiziere in Südamerika. Diese bereiten die Wiederherstellung militärischer Strukturen in der Bundesrepublik vor. Dem französischen Journalisten Carles André, der ebenfalls die Spur der in Lateinamerika untergetauchten Nazis recherchiert, spielt Detjen eine ernste Warnung und enthüllendes Material zu. Charles André wird kurz darauf von einer Schlägertruppe ermordet.
"Das unsichtbare Visier" gibt es auch als E-Book, mehr dazu ist in der Wikipedia zu finden und ein Fan-Club erforscht emsig die Details des Fernseh-Mehrteilers. Ein Highlight auf jeden Fall: Hauptdarsteller Armin Müller-Stahl, der einige Jahre später die DDR verlassen hat, spielt seine Rolle nicht bierernst, sondern er bringt auf gekonnte und humoristische Weise eine gewisse Distanzierung rüber. Da muss man auch heute noch manchmal schmunzeln. Die Musik von Walter Kubizcek ist spannungsgeladen und teilweise richtig fetzig, wie man sich hier überzeugen kann:3. Das Wasserschloss
Der MfS-Kundschafter kehrt an der Seite Krösings nach Westdeutschland zurück und übernimmt im Rahmen der forcierten Militarisierung der Bundesrepublik („Amt Blank“) Aufgaben beim Aufbau einer neuen Luftwaffe. Auf einer geheimen Tagung im Wasserschloss Delmenhorst gelingt es Detjen, einen kompletten Satz der streng geheimen Unterlagen aus dem Schloss zu schmuggeln und in die DDR zu schicken.
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16.02.09
Linke will Geschichte mit Büchern aufarbeiten
Dietmar Bartsch, Bundesgeschäftsführer der LINKEN, schrieb heute auf der Website der Partei:
Dieser Tage fiel mit ein Buch von Richard David Precht in die Hand: „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“. Über Lenin weiß ich einiges, nicht aber, ob er je dort war. Wo liegt das eigentlich, dieses Lüdenscheid? Nun, um Lenin und um Lüdenscheid geht es in dem Bändchen tatsächlich nur am Rande. Thema ist der Alltag von Linken in der alten Bundesrepublik. Ich hatte mich rasch fest gelesen in diesem heiter-nachdenklichen Report, in dem ich auch einige jetzige Mitstreiterinnen und Mitstreiter traf, deren Denken und Tun ich nun noch ein bisschen besser verstehen kann. Im jubiläumsreichen Jahr 2009 sollten wir, Mitglieder der LINKEN aus Ost und West, versuchen, mehr darüber zu erfahren, was wir erlebten und was uns prägte. Da helfen Bücher wie das von Precht oder Werner Bräunigs „Rummelplatz“ oder „Das Treibhaus“ von Wolfgang Koeppen oder „Der Turm“ von Uwe Tellkamp … und -zig Titel mehr, die zu lesen und über die zu streiten sich lohnt. Da sollten wir natürlich miteinander sprechen, wie das war, damals in der DDR und in der alten Bundesrepublik, in BWK oder FDJ oder SDAJ oder FDGB … Dieses Aufeinander-Neugierig-Sein ist doch spannender Teil des Wachsens der neuen Partei DIE LINKE.Ich habe "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" als Film in einem - erstaunlicherweise - völlig ausverkauften Kino gesehen und fand in ganz nett und sympathisch. Über manche Sachen konnte ich auch richtig schmunzeln, eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit. Unten ist als kleiner Vorgeschmack der Trailer zu sehen.
Aber zurück zum Thema: Auch der Roman "Aktion Störtebeker", soviel sei schon verraten, wird einen Beitrag zur Aufarbeitung der linken Geschichte in Ost- und Westdeutschland leisten. Zwar im Gewand eines (hoffentlich) sehr spannenden Regional-Krimis, doch immer wieder mit Bezügen zur Geschichte.
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Krimi Aufarbeitung Geschichte
13.02.09
Passend zum Valentinstag ....
... und wo es doch im Rügen-Krimi "Aktion Störtebeker" auch eine kleine Liebesgeschichte als Nebenhandlung gibt.
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Valentinstag
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