31.07.09

Terror auf der Ferieninsel: Mallorca, Rügen ....

Da es im Polit-Thriller "Aktion Störtebeker" um einen Terroranschlag auf einer beliebten Ferieninsel geht, habe ich die tragischen Ereignisse auf Mallorca mit großem Interesse verfolgt. Den gestrigen Bombenangriff, bei dem zwei Angehörige der paramilitärischen Guardia Civil starben, und alles was danach kam. Die Abriegelung des Airports und der Yachthäfen, die Polizeisperren auf den Strassen, das damit verbundene Chaos in einer Urlauberregion.

Auf die Presse hierzulande kann man sich dabei allerdings wohl nicht so recht verlassen, wenn man Horst D. Deckert glaubt. Der PR-Experte lebt selbst in Palma de Mallorca und twittert unter der Überschrift "Mallorca: Miserable Recherche und Berichterstattung der Medien" unter anderem:
Alles nur Fehlinformationen, Halbwahrheiten und Stimmungsmache. Die Berichterstattung der SZ http://tr.im/uNt2 über den tödlichen Anschlag auf die Polizei dient vermutlich der Stimmungsmache zur Durchsetzung eines EU-Überwachungsstaates. Er scheint aus fertigen Textbausteinen zu bestehen. Der unglaubliche Verdacht, dass alle Terroraktionen “ferngesteuert” sind, erhärtet sich nach jeder Tat, weil die Menschen mit immer den gleichen “Worthülsen” für Dumm verkauft werden.
Noch sind die Hintergründe dieser Tat, die sofort der vor 50 Jahren gegründeten baskischen Separatistenorganisation ETA zugeschrieben wurden, nicht bekannt. Aber dass die "Operation Käfig", die nach dem Anschlag von den Sicherheitsbehörden gestartet wurde, die Insel ins Chaos stürzte, ist unübersehbar. Nun besitzt Rügen zwar keinen internationalen Flughafen, aber die Abriegelung vom Festland auf der Suche nach den Tätern hätte vermutlich auch bei uns ähnliche Konsequenzen.



29.07.09

Aktion Störtebeker wieder lieferbar: ISBN 978-3-83911-524-4

Das nächste Kapitel im Auf und Ab um den Polit-Thriller "Aktion Störtebeker" kann beginnen. Nachdem der bisherige Verlag vor 14 Tagen wegen eines juristischen Problems den Autorenvertrag gekündigt hat, ist das Buch nicht mehr lieferbar gewesen und z.B. auch bei Amazon verschwunden.

Seit gestern ist es aber nun zum gleichen Preis (13,90 €) als “Book on Demand” verfügbar und kann sofort im BoD-Bookshop online bestellt werden. Ich habe allerdings noch kein gedrucktes Exemplar gesehen und hoffe, dass da keine Panne passiert. Man hört von BoD-Autoren, die trotz einwandfreier Druckvorlage Exemplare mit leeren Seiten zugestellt bekommen haben.

Wenn das klar ist, fängt die nächste Herausforderung an: Wie schnell meldet BoD das Buch beim "Verzeichnis lieferbarer Bücher" und bei amazon.de an und wie schnell können Buchhändler es über die BoD-Mutter Libri (übrigens mit Rückgaberecht) ordern. Es bleibt also spannend.

Hier noch mal die neue Titelinformation:

Klaus Scheld: Aktion Störtebeker, BOD, Paperback, 200 Seiten, ISBN 978-3-83911-524-4 13,90 €

Signierte Exemplare aus der “ersten Auflage” gibt es übrigens immer noch hier

26.07.09

Terror unter falscher Flagge in Deutschland

In "Mein Politik Blog" (der zu dem Netzwerk gehört, an dem ich mich auch ab und zu beteilige) sind heute nochmal sehr ausführlich die Hintergründe der Geheimdienststeuerung der "Sauerland-Gruppe" dargestellt worden. Mit dabei auch ein Panorma-Beitrag über die  IJU - der Dschihadisten-Organisation, in deren Auftrag die "Sauerland-Krieger" angeblich unterwegs waren. Auch sie ist eine Geheimdienst-Gründung. Und die CIA hat garantiert Bescheid gewusst.

25.07.09

Sauerland-Gruppe: Geheimdienste hatten ihre Finger drin

In den letzten Wochen war es ziemlich ruhig um die so genannte "Sauerland-Gruppe", gegen die in Düsseldorf der Prozess wegen eines geplanten Terroranschlags läuft. Denn die Beschuldigten wollten vor den Ermittlungsbehörden auspacken und reinen Tisch machen. Wenn das stimmt, was Spiegel online heute über die Geständnisse der Verdächtigen berichtet, dürfte das für die Sicherheitsbehörden nicht so angenehm sein.

Denn bisher wurden die Geheimdienstverwicklungen der Angeklagten ebenso unter den Teppich gekehrt, wie der Hintergrund der "Islamischen Dschihad Union" (IJU), die hinter den Gotteskriegern aus dem Sauerland stecken soll. Denn die ist ja vermutlich selbst eine Geheimdienst-Erfindung. Spiegel Online schreibt zu den jüngsten Erkenntnissen (die allerdings gar nicht so neu sind):

In der rund 1100 Seiten umfassenden Aussage-Niederschrift macht Attila Selek ... brisante Angaben und ... belastet ... den Türken Mevlüt K. schwer. K. habe nicht nur der deutschen Gruppe um Fritz Gelowicz in Istanbul Zünder für einen geplanten Anschlag übergeben, sondern schon früh in Kontakt mit dem türkischen Geheimdienst gestanden. Gelegentlich, so Selek, sei er bei Zusammenkünften für eine Stunde verschwunden, offenbar, um Ermittler zu treffen.
Obwohl das Geständnis Mevlüt K. - so Spiegel Online - schwer belaste, zögere die Bundesanwaltschaft noch, einen Haftbefehl gegen den in Ludwigshafen geborenen Türken zu beantragen. Denn ein Festnahmeersuchen könnte diplomatische Probleme mit der Türkei nach sich ziehen: K. war nach seinem Untertauchen in Istanbul Ende 2002 tatsächlich als V-Mann für den türkischen Geheimdienst tätig, der den Informanten in Kooperation mit der CIA führte. "Die deutschen Behörden waren über das Projekt schon früh informiert", schreibt Spiegel Online.

Da stellt sich dann tatsächlich die Frage, wer hinter dieser "Terrorzelle" steckt und in wessen Interesse sie agierte? Auf den weiteren Verlauf des Prozesses darf man gespannt sein.

20.07.09

Was würde nach einem Anschlag in Deutschland passieren?

In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) hat man sich gestern ausführlich mit dem Szenario eines bewaffneten Anschlags im Vorfeld der Bundestagswahlen beschäftigt, mit dem die Forderung des Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan verschärft werden könnte. Das ist bekanntermaßen ja auch der Hintergrund der Handlung in "Aktion Störtebeker", bei der ein Bombenattentat auf die Rügenbrücke geplant ist. Interessant ist in dem FAS-Artikel die Spekulation darüber, wie denn das offizielle Berlin auf solch einen Anschlag reagieren würde:
Welche Folgen aber hätte ein Anschlag in Deutschland? Könnten die radikalen Islamisten ihre Ziele erreichen? In der ersten Woche, so meint ein hoher Sicherheitsbeamter, würden die Deutschen darauf bestehen, dass sie sich nicht erpressen lassen. In der zweiten Woche würden überzogene Forderungen gestellt, etwa dass man „Gefährder“ präventiv verhaften müsse. In der dritten Woche begänne hingegen die Diskussion, ob es wirklich so gut für Deutschland sei, die Bundeswehr in Afghanistan zu haben.
Das sich mit der Einschränkung demokratischer Rechte und den üblichen Methoden polizeilicher Verfolgung solche Attacken nicht wirklich verhindern lassen, hat der FAS-Autor übrigens so am Rande auch festgestellt:

Die Täter haben den Anschlag im Ausland vorbereitet. Eine Gruppe ist nach Berlin gereist, hat die Sprengsätze gezündet. Ein „Hit-Team“ hat in der Hauptstadt zugeschlagen, benannt nach dem englischen Wort dafür. Polizei und Verfassungsschutz wissen nichts von den Tätern. Sie gehören nicht zu den Gefährdern, die sie seit Jahren beobachten. Ihr Wissen über die radikalislamistische Szene in Deutschland hilft nicht weiter. Es ist das schlimmste Szenario, das sich Fachleute aus Politik und den Sicherheitsbehörden ausmalen, wenn sie über die Bedrohungslage für Deutschland reden.

18.07.09

Wie die Karriere von Angela Merkel in Prora begann

Durch die Aufregung der letzten Tage bin ich gar nicht dazu gekommen, auf einen Artikel in der FAZ hinzuweisen. Darin wird anlässlich des Geburtstags der Kanzlerin erzählt, wie die Karriere von Angela Merkel an der Offiziershochschule (OHS) "Otto Winzer" der DDR-Volksarmee in Prora begann:
Angela Merkel, bis zum Ende der DDR stellvertretende Regierungssprecherin, kandidierte im nordöstlichsten Wahlkreis. Sie lebt dort nicht, sie kommt auch nicht von dort. Sie strebte ein Bundestagsmandat an und hatte deshalb einen Wahlkreis gesucht. Aufgewachsen ist sie im uckermärkischen Templin. Das Verhältnis zum damaligen märkischen CDU-Vorsitzenden Peter-Michael Diestel war allerdings nicht so gut, als dass sie bei ihrer Wahlkreissuche auf seine Unterstützung hätte bauen können. Günther Krause aber, der damalige CDU-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, wollte helfen. Die Entscheidung, wer als CDU-Direktkandidat im damaligen Wahlkreis 256 (heute hat der Wahlkreis Stralsund-Nordvorpommern-Rügen die Nummer 15) antreten sollte, fiel in Prora auf der Insel Rügen, in einer Kaserne der DDR-Armee. Frau Merkel kandidierte und zwei Leute aus den alten Bundesländern. Es kam zur Stichwahl, irgendwann gegen Mitternacht, als viele schon gegangenen waren. Frau Merkel siegte mit vierzehn Stimmen Vorsprung.
Nicht ganz so ausführlich steht diese Geschichte, die kaum noch jemand kennt, auch in "Aktion Störtebeker". Angela Merkel trug nicht nur voller Stolz ihr FDJ-Blauhemd, sie startete ihre BRD-Karriere auch an einem denkwürdigen Ort der DDR-Geschichte. Denn an der OHS wurden ausländische Militärkader ausgebildet, die zum Teil noch heute in Armeen rund um den Erdball ihren Dienst tun. Mehr dazu in meinem Politthriller zur Bundestagswahl, der hoffentlich bald wieder im Buchhandel erhältlich sein wird.

Eine schöne Bilderstrecke zu Prora ist übrigens gerade auf stern.de erschienen.

16.07.09

Wie gewonnen, so zeronnen

Einige potenzielle Leserinnen und Leser haben es gestern und heute schon voller Erstaunen bemerkt: Mein Thriller "Aktion Störtebeker" ist im Augenblick nicht mehr im Buchhandel erhältlich, auch nicht bei Amazon. Denn mein (bisheriger) Verlag sah sich vor dem Hintergrund eines evtl. juristischen Problems, zu dem ich mich öffentlich im Moment nicht äußern möchte, zur plötzlichen Kündigung des Autorenvertrages genötigt. Mit der Konsequenz, dass "Aktion Störtebeker" ein paar Stunden ohne ISBN war und aktuell aus dem Verzeichnis lieferbarer Bücher verschwunden ist. Schade, denn ich habe gut mit dem Verlag zusammengearbeitet.

Aber wie mir heute eine Leserin, die das Buch vergebens in ihrer Kölner Stammbuchhandlung bestellen wollte, geschrieben hat:  "Schliesst sich eine Tür, öffnet sich eine andere." So ist es in der Tat, ich habe mich heute mit den Tücken von "Books on Demand" (BoD) abgemüht und es endlich geschafft, die Druckvorlage von "Aktion Störtebeker" dort hochzuladen. Eine neue ISBN gibt es auch schon (ich will nur die Bestätigung abwarten, bevor ich sie veröffentliche).

BOD ist für mich sicher nicht die allererste Wahl. Aber angesichts der Situation, mit meinem Rügenkrimi schnell wieder im Buchhandel präsent zu sein, erschien mir das als das kleinere Übel. Und die finanziellen Konditionen sind auch nicht viel schlechter. Was fehlt, ist die Präsenz vor Ort. Aber auch da bietet BoD dem Buchhandel inzwischen ganz gute Kondition. Wenn ein Buch nachgefragt wird, legen die Händler es auch im Laden aus.

Trotzdem ist diese ganze Entwicklung nicht sehr erfreulich. Denn gerade begannen die ersten Buchhandlungen zu ordern, Rezensionen wurden vorbereitet, Angebote für Lesungen kamen .... "Wie gewonnen, so zeronnen", sagt der Volksmund und "man soll den Tag nicht vor dem Abend loben." Das ist wirklich eine der Erfahrungen, die ich bei diesem Krimi-Projekt gesammelt habe: Höhen und Tiefen liegen in diesem Geschäft verdammt nah beieinander.