09.01.09

SOKO Leipzig: Wissenswertes aus der DDR-Geschichte

Eine spannende und ungewöhnliche Vater-Sohn-Geschichte war das 90-Minuten-Special "Verloren in Afrika" der SOKO Leipzig, das ich mir gerade angeschaut habe. "Es ist uns ein besonderes Anliegen, gerade auch im Rahmen des populären Krimigenres, immer wieder auch Wissenswertes aus der Geschichte der DDR und aus dem heutigen Osten unseres Landes zu vermitteln", so das Team.

In dem Film, der zum Großteil in Namibia spielt, ging es deshalb auch um die
"Schule der Freundschaft", ein in der deutsch-afrikanischen Geschichte wohl einmaliges Experiment. Sie wurde im September 1982 in Staßfurt bei Magdeburg eröffnet und ermöglichte 900 Kindern aus Mocambique sechs Jahre lang eine Schul- und Berufsausbildung. 1986 werden weitere Kinder aus Namibia aufgenommen, worauf auch der Film heute anspielte.

1987 beschloß das ZK der SED, die Schule als "internationalistisches Objekt der Volksbildung zur Unterstützung der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen aus national befreiten Staaten und Befreiungsbewegungen" weiterzuführen und plante den Lehrbetrieb bereits bis zum Jahr 2001. Daraus ist bekanntlich nichts geworden und die
"Schule der Freundschaft" in Staßfurt wurde wie so vieles in der DDR abgewickelt (weitere Infos zu dem Experiment im Video und in einer ausführlichen Studie)

Letztens bin ich auch auf das Weblog des SOKO Leipzig-Teams gestossen, das ebenfalls sehr viele interessante Infos zur Serie, den Dreharbeiten und den Protagonisten enthält. Leider war heute von Kriminalhauptkommissar Hajo Trautzschke, dem Chef der vierköpfigen Sonderkommision, nicht allzuviel zu sehen. Denn der Kriminalist, der schon bei der Volkspolizei ermittelt hat, ist eines der Vorbilder für meinen Kommisar Kurt Bratfisch im Rügen-Krimi "Aktion Störtebeker".

Der gebürtige Thüringer Andreas Schmidt-Schaller, der den SOKO-Leiter spielt, absolvierte seine Ausbildung an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig und erhielt 1969 sein Diplom. Dem Fernsehpublikum wurde er seit 1983 vor allem durch seine Darstellung des Kommissars Grawe in der DDR-Reihe "Polizeiruf 110" bekannt. Nachdem die Serie unter neuen Vorzeichen 1993 in der ARD fortgesetzt wurde, kehrte auch Grawe - nun als Oberkommissar - auf den Bildschirm zurück. 1995 kam dann "Grawes letzter Fall". Aber jetzt spielt er ja den Hajo Trautzschke und erinnert immer wieder an die DDR-Vergangenheit.


05.01.09

Regionalkrimi: Der Mörder wohnt um die Ecke

Die ruhige Zeit "zwischen den Jahren" ist nun endgültig vorbei. Mit dem Manuskript zum Rügen-Krimi "Aktion Störtebeker" bin ich ein gutes Stück weiter gekommen. Aber längst noch nicht soweit, wie ich eigentlich wollte. Die nächsten Wochen werden also hart. Dafür hat sich "Die Welt am Sonntag" gestern zum Thema Regionalkrimi ausgelassen. In dem Artikel heißt es:
Die Leser können nicht genug davon kriegen; zur Zeit erscheinen jährlich 200 bis 250 neue Krimis, darunter immer mehr mit regionalen Bezügen, einige auch ohne übertriebene literarische Ambitionen. Es geht in diesen Büchern um die Story. Und um den Tatort - in der Nachbarschaft
"Keine übertriebenen literarischen Ambitionen"? Was soll das wohl bedeuten? Dass wohl ziemlich viel Schrott unter dem Logo "Regionalkrimi" angeboten wird. Übertrieben sind meine Ansprüche sicher nicht, aber lesbar sollte auch ein Kriminalroman mit regionalem Bezug sein. Die Handlung muss schlüssig sein und Spannung darf auch nicht fehlen.

"Ein völlig inhaltsleerer und dummer Text über Regionalkrimis
", wie der empörte Krimiblog findet. In der Tat macht es sich die Autorin mit ihrer Beschreibung des Genres etwas einfach:
Im Regionalkrimi wohnt der Mörder praktisch um die Ecke. So kann der Leser die Geschichten auf eine besondere Art mit- und nacherleben: Die Spielorte sind ihm persönlich vertraut, Täter und Opfer kommen gewissermaßen aus nächster Nähe. Der Ermittler ist einer von ihnen, man kennt ihn vom Stammtisch oder aus dem Kirchenchor. Dieser Wiedererkennungswert schafft Intimität, der Leser kann sich mit den Figuren im Buch identifizieren.
Allerdings - und das erlebe ich zur Zeit - ist es nicht so einfach, den Anspruch der literarischen Qualität und den regionalen Bezug unter einen Hut zu bekommen. Ich bin mal gespannt, was die Kritiker zu dem Ergebnis meiner Arbeit sagen werden. Aber dazu muss ich erst einmal das Manuskript fertig bekommen.


23.12.08

Rügen schreibt Geschichte!

Mit dem Manuskript komme ich zwar aus verschiedenen Gründen nicht so richtig voran, aber immerhin habe ich gerade meinen Beitrag für einen Literaturwettbewerb abgeliefert.

Die Sparkasse Rügen feiert 2009 ihr 150jähriges Bestehen und hat deshalb einen Literaturwettbewerb ausgeschrieben, bei dem noch bis zum 31.12. jeder mitmachen kann. Gesucht werden Texte, die das jeweilige Lebensgefühl eines Jahrzehnts zwischen 1859 und 2009 wiedergeben. Also z.B. von 1880 - 1889 oder 1930-1939 etc.

Zugelassen sind Texte jeglicher Art, Textumfang: maximal 3 Seiten.
Die besten 15 Texte erscheinen in der Chronologie der Sparkasse Rügen. Die 5 besten AutorInnen werden zur repräsentativen Vorstellung der Chronologie eingeladen.

Ich habe Kommissar Bratfisch über das Jahr 1980 und das darauffolgende "Jahrzehnt der Desillusionierung" philosophieren lassen. Es begann eigentlich ganz gut für ihn - mit einer Statistenrolle bei der Aufführung des Störtebeker-Epos von Kurt Barthel auf der Freilichtbühne in Ralswiek. Während dort noch im Prolog vor dem Publikum „Störtebeker - Göstemichel - Wigbold, wat liggt an? Likedeeler, Likedeeler. Frieden, das liegt an! Sozialismus voraus. Die Arbeiter Herren im eigenen Haus“ deklamiert wurde, fing der reale Sozialismus schon an zu bröckeln.

Die Streiks in Polen, der Boykott der Olympischen Spiele in Moskau, der Beginn der unabhängigen Friedensbewegung in der DDR - das Jahr 1980 markiert den Anfang einer Wende, die 1989 mit dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR ihren Abschluss fand.

Ich bin mal gespannt, ob mein Beitrag angenommen und abgedruckt wird. Das wäre ja ein schöner "Appetithappen" für den Regionalkrimi. Wenn ich mich dann endlich an das Manuskript begeben würde!




20.12.08

Musen auf vier Pfoten

Die letzten Tage bin ich gar nicht zum Schreiben am Roman und auch nicht zum Bloggen gekommen. Das soll sich die nächsten 14 Tage ändern. Mein Ziel: Den ersten Entwurf des Manuskripts bis Anfang Januar zu Ende zu bringen.

Und weil ich gestern in einer Buchhandlung zufällig auf das interessante Büchlein "Musen auf vier Pfoten: Katzen und ihre Schriftsteller" gestoßen bin, hier der Hinweis darauf und ein Foto meiner beiden "Musen", die ihr Domizil neben meinem Schreibtisch aufgeschlagen haben und mich hoffentlich in den nächsten Tagen zu guten Ideen für den Regional-Krimi "Aktion Störtebeker" inspirieren.



08.12.08

"Call Wolfgang – terrorist generated content"

Mit einer Aktion will der Komponist Johannes Kreidler auf die zunehmende Überwachung in unserem Land aufmerksam machen. Basis der Installation "Call Wolfgang – terrorist generated content" ist eine - angeblich über einen Server im Iran laufende - dauerhafte VoIP-Verbindung zwischen zwei Rechnern.

Der Endlos-Dialog enthält Reizwörter aus dem Bereich des Terrorismus, auf die wohl die Überwachungscomputer der Sicherheitsbehörden ansprechen. Etwa Begriffe wie "Bombe", "Koranverse" und "Ungläubiger". Aber auch Worte wie "Reproduktion", "Prekarisierung" und "Bezugsrahmen", die für das BKA in der Vergangenheit Anlass für Ermittlungen gegen den Berliner Soziologen Dr. Andrej Holm
waren.



Zum Hintergrund seiner Aktion sagt der Künstler:
Diese Computer werden sich bestimmt nie in die Luft sprengen, und ebenso harmlos sind Millionen Emails, die täglich in Deutschland verschickt werden. Wer die Energie für Kriminelles hat, wird auch das bisschen Energie haben, seine Emails im Internetcafé zu schreiben, das kann sich doch jedes Kind denken. Aber trotzdem will der Innenminister so viele Daten aus privaten Haushalten per Gesetz sammeln, Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikationsüberwachung, man weiß nie, ob sein Telefonat nicht auch ein Telefonat mit Schäuble ist.
Nachtrag: Johannes Kreidler hatte seine Aktion "Call Wolfgang" kurzfristig abgebrochen, weil ihm die Bundesanwaltschaft ein Verfahren wegen "Androhung von Verbrechen" angedroht hat. Inzwischen meldet er: "Trotz diffuser Rechtsinformationen bleibt die Aktion vorerst online".

05.12.08

Krimiautorinnen leben im Second live

Erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, dass nach dem Ende des Hypes um Second Live noch jemand eine Krimi-Lesung in der virtuellen Welt durchführt. Aber tatsächlich: Morgen findet ein "weihnachtlich-unbesinnlicher Krimiabend" mit den Autorinnen Anja Marschall (Madita Landar) und Bettina v. Cossel (Mimi Mondschein) im www.secondlife.com statt. Hier die Details:
6. Dezember 2008, 21 Uhr
Apfelland Airport 1 Brennende Buchstaben
(die Lesebühne befindet sich gleich neben dem Kafe Krümelkram)
Und die beiden sind nicht einmal allein. Auch die Krimiautorin Ingrid Schmitz führt ein Doppelleben als Avatar im Second live. Totgesagte leben eben länger.

01.12.08

SEK Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz

Im Augenblick quäle ich mich etwas mit dem Schluss meines Regionalkrimis. Beim Showdown kommt auch das Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz. Dieses SEK ist in Schwerin-Rampe stationiert und man erfährt nicht viel über die meist vermummt auftretenden Männer in ihren schwarzen Overalls. Eine Ausnahme ist dieser Film hier:



Nach den Terroranschlägen von Mumbay, zu denen heute erste Informationen auf die militärische Ausbildung der Attentäter in einem pakistanischen Camp auftauchten, hat sich beim SEK-TEAM jemand mit einem vergleichbaren Szenario in München beschäftigt. Beklemmend, so ein "Massenanfall von Verletzten".